Mittels neuer Verschlüsselungstechnik wollte der Pay-TV-Sender Premiere illegalen Programmnutzern die Mattscheibe schwärzen.

Nagravision statt betacrypt

Dementsprechend wurden, im Herbst dieses Jahres, an alle Abonnenten so genannte Smartcards verschickt, die der Schlüssel zu dem neuen System sind. Das alte, geknackte System betacrypt wurde abgeschaltet und durch das neue Nagravision ersetzt.

Wie der Online-Newsticker heise berichtet, haben Schwarzseher nun allerdings eine Hintertür gefunden, um den Bezahlsenders weiterhin gratis konsumieren zu können.

Geeignete Software

Geeignete Software nutzt den Umstand aus, dass er Decoder zur Entschlüsselung des Videodatenstroms nur großen Abständen von der Premiere-Chipkarte das temporär gültige Schlüsselwort benötigt. Durch diese Schwachstelle soll es möglich sein mittels einer einzigen regulären Smartcard, beliebig viele Empfänger zu versorgen.

Wer seinen legalen Zugang zu Premiere über das Internet auch anderen zugänglich macht, macht sich strafbar. Die völlig anonyme Übermittlung an Mitgucker wäre nur mit großem Aufwand zu realisieren.

Früheren Angaben zufolge schätzt Premiere die Zahl der Schwarzseher auf ein bis zwei Millionen Haushalte. (red/APA/Reuters)