Asyl: Caritas mahnt Verantwortung von Strasser und Schüssel ein Scharfe Landau-Kritik am Innenminister

Wien - "Es wird immer kälter für Menschen, die in Österreich um Asyl ansuchen". So lautet die Einschätzung von Wiens Caritasdirektor Michael Landau. Täglich spielten sich unglaubliche Szenen im Caritas-Asylzentrum ab. Menschen würden vom Bundesasylamt an die Hilfsorganisationen verwiesen, obwohl die Kapazitäten der Caritas ausgeschöpft seien. Hier entziehe sich die Republik ihrer Verantwortung "auf eine besonders menschenverachtende Art," so Landau laut Kathpress: "Erklären Sie einem Vater, einer Mutter, dass sie kein Quartier haben, dass eigentlich das Innenministerium und nicht die Caritas die Verpflichtung zur Unterbringung hat...!"

Für Landau zeigt sich hier die strukturelle Schwäche und die Perspektivenlosigkeit in der derzeitigen Asylpolitik des Innenministers: "Die Beamten sind hier auch allein gelassen, wissen nicht mehr was sie tun sollen. Sie haben keine Unterstützung durch den Ressortchef", zeigt Landau Verständnis für die Situation der Beamten. "Dass sie mangels Quartiere nun Familien trennen müssen, Mütter und Kinder aufnehmen, die Väter auf die Straße stellen müssen, trägt hier sicherlich nicht zu einer Entspannung der Situation bei," weist Landau auf Erfahrungen der vergangenen Tage hin. Für den Wiener Caritasdirektor ist "hier einmal mehr der Bundeskanzler gefordert, dem Innenminister zur Seite zu stehen, wenn dieser seine Aufgaben nicht bewältigen kann."

Dass nun Bürgermeister Michael Häupl (S) für die Gemeinde Wien die Errichtung von 500 Notschlafplätzen zugesagt hat, ist für Landau "ein Zeichen, wie es geht, wenn man sich zusammensetzt und eine Lösung für das humanitäre Problem auch wirklich suchen will." Diese Notschlafplätze sollen in Kooperation mit NGOs (Caritas, Diakonie, Rotes Kreuz und Volkshilfe) geführt werden. Für den Caritasdirektor ist "nicht nachvollziehbar, warum das Innenministerium hier nicht ähnlich effizient vorgehen kann oder vorgehen will." (APA)