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Exorbitante Preise bei der Auktion der Concorde-Teile, deren Erlöse wohltätigen Zwecken zufließen.

Foto: APA/PA/Martin Rickett
Paris - Auch nach seiner Ausmusterung hat der Überschalljet Concorde alle Rekorde überboten: Bei einer Wohltätigkeitsauktion in Paris wurden Teile des Supervogels am Samstag für 3,288.633 Euro versteigert. Im Laufe der fünfeinhalbstündigen Auktion schienen die rund 2.000 Interessenten in einen regelrechten Kaufrausch zu geraten. Für die legendäre 3,50 Meter lange Hakennase der Concorde blätterte eine 60-jährige Dame, die inkognito bleiben wollte, 480.099 Euro hin.

Christie's: "Wir haben noch nie eine Versteigerung wie diese gehabt"

Veranschlagt worden war das Prunkstück der Auktion auf 10.000 bis 15.000 Euro. "Wir haben noch nie eine Versteigerung wie diese gehabt", sagte ein erschöpfter Mitarbeiter des Auktionshauses Christie's.

In den drei Sälen des Auktionshauses nahe der Pariser Prachtstraße Champs Elysees drängten sich die Interessenten und Zuschauer, während weitere Concorde-Fans über insgesamt 40 Telefonleitungen zugeschaltet waren. Gleich das erste Objekt gab einen Vorgeschmack auf das Potenzial der betuchten Gäste: Ein auf 300 Euro geschätzter Geschwindigkeitsmesser brachte 11.000 Euro. Die Eingangstür zu einem Technikraum ging für 99.875 Euro weg. Für zwei Triebwerke vom Typ Olympus 593 wurden 151.250 und 117.000 Euro gezahlt. Ein Pilotensitz kostete 42.300 Euro. Vom Tachometer über Essgeschirr bis zu den Bordküchen standen insgesamt 188 Originalteile und 30 Erinnerungsfotos zum Verkauf.

Enttäuschung bei weniger betuchten Interessenten

Bei weniger betuchten Interessenten sorgten die exorbitanten Preise allerdings für Enttäuschung. "Ich gebe auf. Ich muss viel zu naiv gewesen sein", sagte die niederländische Geschäftsfrau Marleen Gottendieck. Sie hatte auf ein zwölfteiliges Service gehofft, doch "bei den Preisen" gab sie ihre Hoffnungen auf. Wer wenigstens einige tausend Euro berappte, konnte immerhin mit einem Kabinenthermometer oder mit Küchen-Utensilien nach Hause gehen. Der Erlös der Versteigerung geht an die Unternehmensstiftung von Air France, die sich mit Hilfe von Nichtregierungsorganisationen weltweit für Kinder in Not einsetzt.

Die Concorde war 27 Jahre lang als einziger Überschalljet im Passagierverkehr vor allem zwischen New York, Paris und London unterwegs. Bei einem Concorde-Absturz waren am 25. Juli 2000 nahe Paris 113 Menschen ums Leben gekommen. Die teuren Prestigemaschinen hatten sich von dieser Katastrophe nicht wieder erholt. Am 24. Oktober absolvierte British Airways den letzten Linienflug. Air France hatte den Betrieb bereits Ende Mai eingestellt. (APA)