Wien/Beaver Creek - Angeschlagen sind Österreichs Ski-Stars in die USA geflogen. Stephan Eberharter mit einer gerade überstandenen Grippe, noch schlimmer aber hat es Hermann Maier erwischt. Der Salzburger hat sich bereits in der Woche vor Sölden beim Crash mit einer Torstange eine Rippe angebrochen. Diese sehr schmerzhafte Verletzung wird den ohnehin an Knieproblemen laborierenden "Herminator" noch zumindest weitere zwei Wochen behindern.

Kein Tamtam, keine Ausreden

"Ich wollte kein großes Tamtam machen, es hätte ja nach einer Ausrede geklungen", erklärte der seit Freitag in Beaver Creek/Colorado zum Training weilende Maier, warum er diese unangenehme Verletzung lange geheim gehalten hatte und trotzdem beim Gletscher-Auftakt in Sölden an den Start gegangen war. "Die Verletzung schmerzt bei jedem Einatmen", wusste Maiers Pressesprecher Knut Okresek aus eigener Erfahrung zu berichten. "Aber das ist eben Hermanns Art des Durchbeißens."

"Muss jede Chance nutzen"

Im Sölden-Riesentorlauf hatte Maier trotz Schmerzen Platz 16 belegt. "Nachdem man mir den Verletztenstatus genommen hat war immer fix, dass ich in Sölden starte, weil ich ja jetzt jede Chance nutzen muss", begründete Maier sein dortiges Antreten.

Mit Schmerzen auf der Strecke

Die Rippenverletzung war vorerst als nicht ganz so schlimm und nur als Prellung eingestuft worden. Weil es sich aber doch um einen Bruch handelt, wird sie trotz aller Therapien doch länger Probleme bereiten. Zumindest den Riesentorlauf am kommenden Samstag in Park City wird der Flachauer noch mit schmerzender Rippe bestreiten müssen, vermutlich aber auch die erste Saisonabfahrt eine Woche später in Lake Louise.

"Ich muss noch robuster werden"

"Es scheint, als ob ich nach meinem Motorrad-Unfall etwas die Robustheit verloren habe", scherzte Maier. "Ich muss jetzt daran arbeiten, noch robuster zu werden. Da muss ich jetzt durch und die Zähne zusammen beißen." Die Rippenverletzung war auch der Grund gewesen, warum Maier wie Eberharter vor seinem Abflug in die USA auf das Schneetraining verzichtet hatte und nur den Abschlusstest am vergangenen Donnerstag auf der Reiteralm absolviert hatte.

Freies Fahren

Samstag stieg der Doppel-Olympiasieger von Nagano aber in Beaver Creek bereits wieder auf die geliebten Brettln. Auf "seiner Raubvogelpiste", wo Maier bei zehn Starts sieben Siege und zwei WM-Titel geholt hat, war freies Skifahren angesagt. In Beaver Creek klingt am 6./7. Dezember auch die dreiwöchige Weltcup-Nordamerika-Tour der Alpin-Herren aus. (APA)