Daressalam - Nach zehn Jahren Bürgerkrieg in Burundi haben die wichtigsten Parteien am Sonntag ein Friedensabkommen geschlossen. Im Beisein mehrerer afrikanischer Staatschefs unterzeichneten Präsident Domitien Ndayizeye und der Chef der größten Rebellengruppe des Landes, Pierre Nkurunziza, im tansanischen Daressalam das Abkommen, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete. In dem Vertrag vereinbarten Regierung und die Streitkräfte zur Verteidigung der Demokratie (FDD), die Macht zu teilen sowie die Hutu-Rebellen in die Armee zu integrieren.

Zugleich setzten sie der zweiten großen Rebellenbewegung, der FLN, ein dreimonatiges Ultimatum. Die Hutu-Kämpfer sollten "unverzüglich" die Gewalt einstellen und sich an den Friedensverhandlungen mit der burundischen Regierung beteiligen, heißt es in der Abschlusserklärung. Sollte die FLN dem nicht nachkommen, werde das burundische Volk ebenso wie die Afrikanische Union (AU) die Gruppe als Organisation betrachten, die gegen Frieden und Stabilität in dem ostafrikanischen Land sei, und sie entsprechend behandeln.

An dem Regionalgipfel nahmen die Präsidenten von Uganda, Kongo und Äthiopien sowie der AU-Vorsitzende und mosambikanische Staatschef Joaquim Chisssano teil. Auch der wichtigste Vermittler zwischen den Bürgerkriegsparteien, der südafrikanische Vize-Präsident Jacob Zuma, war anwesend.

Die FDD, FLN und weitere Rebellentruppen der Hutu kämpfen seit 1993 gegen die von der Volksgruppe der Tutsi dominierte Regierungsarmee. Im Dezember 2002 vereinbarten die Konfliktparteien einen Waffenstillstand, der jedoch bisher nicht eingehalten wurde. In dem Bürgerkrieg kamen nach UN-Angaben bislang rund 300.000 Menschen ums Leben, die meisten von ihnen Zivilisten. Die Hutu stellen zwar den größten Teil der Bevölkerung, die Schlüsselpositionen im Land werden jedoch von Tutsi besetzt. (APA)