Salzburg/Wien - Da haben es ja die Pollen-Allergiker noch leichter: Menschen, die an einer Hausstaubmilben-Allergie leiden, werden das ganze Jahr über von Symptomen geplagt. - Schnupfen, Augenbindehautentzündungen oder sogar Asthma. Laut einer wissenschaftlichen Untersuchung kann gerade in solchen Fällen die "Allergie-Impfung" (spezifische Immuntherapie) helfen.

"Die Allergieimpfung ist - und das bestätigt auch die WHO - die einzige Therapie, die nicht nur die Symptome bekämpft, sondern sozusagen durch langsame Gewöhnung des Körpers an das Allergen kausal wirken kann. So ist auch bei der Hausstaubmilbenallergie neben der Sanierung der Wohnräume eine Allergieimpfung oft anzuraten, weil eine vollständige Vermeidung des Allergens so gut wie unmöglich ist und so eine chronische Schädigung der Atemwege in vielen Fällen vermieden werden kann", erklärte laut einer Aussendung des Spezialunternehmens AlkAbello vom Montag der Leiter der Allergieambulanz an der Landesklinik für Dermatologie in Salzburg, Oberarzt. Dr. Thomas Hawranek.

Man kann nicht entkommen

Das Problem liegt darin, dass man den Hausstaubmilben eigentlich nicht entkommen kann. Bis zu 4.000 Milben leben in einem Gramm Hausstaub. Vor allem im warmen, feuchten Klima der Betten fühlen sie sich wohl und vermehren sich fleißig. Für gesunde Menschen kein Problem. Für Allergiker allerdings oft der Auslöser für schlaflose Nächte. Hustenanfälle, Niesattacken und Atemnot rauben ihnen den Schlaf und führen, wenn die Allergie nicht rechtzeitig behandelt wird, zu chronischen Erkrankungen der Atemwege.

Eine neue Studie britischer Wissenschafter hat vor kurzem die Allergieimpfung als hoch wirksame Behandlungsform bei Hausstaubmilbenallergie ein weiteres Mal bestätigt. Die Studie - so die Aussendung - wurde im Southampton General Hospital in Großbritannien an insgesamt 36 erwachsenen Patienten mit mittlerem bis schwerem allergischen Schnupfen, ausgelöst durch eine Hausstaubmilbenallergie, durchgeführt. Ein Ergebnis zeigte, dass bereits nach einem Jahr Therapie bei der mittels Allergieimpfung behandelten Gruppe eine Reduktion der Symptome um 58 Prozent festzustellen war. Nebenwirkungen wurden während der gesamten Studiendauer nicht verzeichnet.

Bei einer solchen Therapie bekommt der Patient regelmäßig und in langsam steigender Dosierung kleine Mengen des Allergens unter die Haut injiziert. Das Immunsystem des Behandelten soll schließlich eine Belastung mit dem Allergen (Pollen, hier der Kot von Hausstaubmilben) wieder ohne Symptome tolerieren. Die Therapie erfolgt nach einer genauen Austestung auf die Art der aufgetretenen Allergie. Sie dauert mindestens drei Jahre.(APA)