montage: derStandard.at

Salzburg - ÖVP-Landesgeschäftsführerin Gerlinde Rogatsch hat es nicht leicht: Was auch immer die ÖVP im Vorwahlkampf versucht, geht ziemlich rasch wieder unter. Vergangenes Wochenende etwa wollte man die Landtagsliste für den Flachgau medial kommunizieren, stattdessen beschäftigt die Öffentlichkeit nun ein Gerücht: Die Kleine Zeitung hatte unter Berufung auf nicht näher bezeichnete VP-Strategen von Überlegungen berichtet, Landeshauptmann Franz Schausberger solle von Außenministerin Benita Ferrero-Waldner als Spitzenkandidatin für die Wahlen im März abgelöst werden.

Das hat Zündstoff: Ferrero-Waldner ist gebürtige Salzburgerin und war schon bei den vergangenen Nationalratswahlen VP-Spitzenkandidatin in Salzburg. Rogatsch kam in die Defensive und musste dementieren: Schausberger bleibe Spitzenkandidat.

Sogar Generalsekretär Reinhold Lopatka sprang ein. Er vermutet die SP hinter diesem Gerücht. Diese wolle damit sowohl Schausberger schaden als auch Ferrero-Waldner als möglicher Bundespräsidentschaftskandidatin.

SP-Landesparteigeschäftsführer Martin Apeltauer bestreitet freilich jede Urheberschaft seiner Partei: Man hätte doch kein Interesse statt gegen Schausberger gegen die populäre Außenministerin anzutreten.

Tatsächlich sind Schausbergers Umfragewerte matt. VP und SP liefern sich bei der Sonntagsfrage derzeit mit je rund 40 Prozent ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Bei den persönlichen Werten liegt der Landeshauptmann mit nur 37 Prozent Zustimmung deutlich hinter SP-Landesparteichefin Gabi Burgstaller, die auf 43 Prozent kommt.

Politisch endgültig Feuer am VP-Dach ist seit vergangener Woche: Die von den eigenen Leuten zur Testwahl hochstilisierten Personalvertretungswahlen im Landesdienst haben die Schwarzen klar verloren. Die SP-Gewerkschafter erreichten nach 30 Jahren erstmals wieder die absolute Mehrheit. (neu/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 18.11.2003)