London - Vor dem Besuch von US-Präsident George W. Bush in London zeichnet sich unter den Briten eine wohlwollendere Haltung gegenüber Washington ab als noch vor einer Woche. Bei einer Erhebung für die Dienstagsausgabe des "Guardian" hießen 43 Prozent der 1.000 Befragten Bush willkommen. 36 Prozent erklärten, er sollte lieber nicht nach Großbritannien kommen. Bush und seine Frau Laura werden heute in London erwartet.

Bei einer Umfrage für die "Times" in der vergangenen Woche hatten rund 60 Prozent erklärt, unter Bush sei das Ansehen der Vereinigten Staaten der Welt gesunken. Ebenso viele missbilligten die Irak-Politik des amerikanischen Präsidenten. 47 Prozent sprachen Bush die Fähigkeit für sein Amt ab.

"Macht des Guten" oder "Reich des Bösen"?

In der jüngsten Umfrage erklärten 62 Prozent dagegen, die USA seien insgesamt gesehen eine Macht des Guten. Lediglich 15 Prozent verurteilten sie als "Reich des Bösen". Die Erhebung hatte auch für den wegen Iraks in Bedrängnis geratenen britischen Premierminister Tony Blair eine positive Nachricht: Nur noch 52 Prozent zeigten sich mit seiner Politik unzufrieden, im Oktober waren es 61 Prozent. Rund zwei Drittel der Befragten vertraten die Ansicht, es wäre falsch, wenn sich Briten und Amerikaner zum gegenwärtigen Zeitpunkt aus Irak zurückzögen.

Nach der Ankunft Bushs in London war für den Abend ein privater Empfang im Buckingham-Palast geplant. Der formelle Teil des Staatsbesuchs beginnt am Mittwoch mit der offiziellen Begrüßung seitens Königin Elizabeth II., anschließend will Bush in einer Rede die Bedeutung der transatlantischen Allianz Großbritanniens und der USA hervorheben. Auf dem Programm steht ferner ein Treffen mit britischen Familien, die bei den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in den USA Angehörige verloren haben.

Für Donnerstag ist dann ein Arbeitsessen mit dem britischen Premierminister Tony Blair vorgesehen. Am Freitagabend wollen der US-Präsident und seine Frau die Rückreise nach Washington antreten. (APA/AP)