Rangun - Die in Burma (Myanmar) herrschende Militärjunta hat den Kauf nordkoreanischer Raketen energisch bestritten. Sie widersprach damit am Dienstag einem Bericht der angesehenen Hongkonger "Far Eastern Economic Review" (FEER). Burma sei mit keinem anderen Land der Welt verbündet noch verfeindet und strebe auch nicht an, zu einer Bedrohung für andere Staaten zu werden, heißt es in der Erklärung der burmesischen Regierung. Laut dem FEER-Bericht, der sich auf Angaben von Diplomaten stützt, würden angeblich geplante Raketenlieferungen Nordkoreas an Burma wachsende Besorgnis bei den USA und deren Bündnispartnern in Südostasien hervorrufen.

Anhänger der burmesischen Demokratiebewegung sind am Dienstag in der Hauptstadt Rangun zu ihrer größten Kundgebung seit Beginn des erneuten Hausarrests von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi zusammengekommen. Anlass war der 83. Jahrestag eines Studentenaufstands gegen die britische Kolonialherrschaft. Rund 100 Mitglieder von Suu Kyis Nationaler Liga für Demokratie (NLD) zogen an einem Denkmal vorbei, das an den Vorlesungsboykott der Studenten im Jahr 1920 erinnert. Polizisten sicherten das Denkmal, das sich auf dem Gelände der berühmten Shwedagon-Pagode befindet, filmten die Teilnehmer und forderten sie anschließend auf, ihre Versammlung aufzulösen.

Nach einem Appell des UNO-Menschenrechtsbeauftragten Paulo Sergio Pinheiro ließ die burmesische Junta am Montag 58 Häftlinge frei, unter ihnen 49 Frauen. Suu Kyi lehnte bei einer Zusammenkunft mit Pinheiro Anfang des Monats eine Aufhebung ihres Hausarrests ab, solange Dutzende ihrer Parteifreunde weiter im Gefängnis sind.

Nach Darstellung der Militärjunta wird Suu Kyi in "Schutzhaft" gehalten, nachdem es im Mai zu einem Überfall auf sie und NLD-Anhänger im Norden des Landes gekommen war. Dabei waren über 70 Menschen ums Leben gekommen. Die NLD hatte die Wahlen zu einer Verfassunggebenden Nationalversammlung 1990 mit Vierfünftelmehrheit gewonnen, doch hatte das Militär die Machtübergabe verweigert. Die UNO-Menschenrechtskommission hatte Burma durch Konsens wegen systematischer schwerer Menschenrechtsverletzungen und Zwangsarbeit verurteilt. (APA/AP)