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Bei dem Unglück vergangenen Samstag kamen 15 Menschen ums Leben.

Foto: Reuters/JOUBERT
Nach dem tragischen Unglück auf dem Dock des Kreuzfahrtschiffs "Queen Mary 2" in Frankreich drohen den möglichen Verantwortlichen Klagen. Eine bei dem Unfall am vergangenen Samstag verletzte Frau kündigte am Dienstag Klage wegen der erlittenen seelischen und körperlichen Schäden an. Diese Entscheidung habe sie bereits den Ermittlern mitgeteilt, sagte die 22-jährige Isabelle Jumel. Sie arbeitet für eine Reinigungsfirma, die auf der Werft in Saint-Nazaire beschäftigt ist. Seit dem Unglück liegt sie im Krankenhaus.

Arbeiter gedenken der "Queen Mary 2"-Opfer

Tausende Arbeiter der Alstom-Werft in Saint-Nazaire haben am Dienstag der 15 Todesopfer des Unglücks am Bauplatz der "Queen Mary 2" gedacht. Vertreter der Belegschaft legten einen Kranz nahe des Unfallorts nieder, wo am Samstag eine einstürzende Landungsbrücke zu dem Kreuzfahrtschiff etwa 50 Menschen in die Tiefe gerissen hatte.

Die Stadt sagte unterdessen die zur Auslieferung des größten Passagierschiffs der Welt am 20. Dezember geplanten Feiern mit Feuerwerk und Tanzveranstaltungen ab. Das Ereignis solle in anderer Form begangen werden, sagte der Sprecher der Stadtverwaltung, Charles Nicoll, im Radio Europe-1.

Mehrere technische Probleme

Staatsanwalt Pierre-Marie Block hatte am Montag von mehreren technischen Problemen gesprochen und eine Überladung der Gangway nicht ausgeschlossen. Die Zeitung "Le Parisien" schrieb am Dienstag unter Berufung auf Überlebende, eine Gruppe von 25 Personen sei gebeten worden, für eine Kontrolle ihrer Besucherausweise auf dem Metallsteg zu warten. Kurz darauf sei eine zweite Gruppe von 27 Reinigungsarbeitern gekommen.

Steg überlastet

"Natürlich wollten sich die Arbeiter nicht anstellen. Sie haben uns gebeten, zur Seite zu gehen, damit sie ohne zu warten das Kreuzfahrtschiff betreten konnten", zitierte die Zeitung einen Augenzeugen. Die Landungsbrücke sei in Bewegung geraten, habe in der Mitte nachgegeben und sich am Kai gelöst, schrieb "Le Parisien". Auch der Radiosender Europe-1 sprach davon, dass der Steg überlastet gewesen sei. Die 1,40 Meter breite Landungsbrücke war nach Justizangaben am Freitag von einer Spezialfirma errichtet worden, nachdem die Werft Chantiers de l'Atlantique eine erste Gangway als zu schmal abgelehnt hatte. (APA/AP)