Vor drei Jahren verkündete der damalige Landtagsklubobmann Reinhold Lopatka "jedem Abgeordneten sein Laptop". Heute ist, wie ein Lokalaugenschein in der Grazer Landstube zeigte, von dem kommunikationstechnologischen Aufbruch nur noch wenig zu bemerken: Nur zwei (der 27) VP-Abgeordneten waren am Dienstag online. Hingegen zeigten sich alle drei Mitglieder der Grünen Riege mit Mini-Computer bewaffnet.

"Laptop und Lederhose"

Christoph Drexler, Lopatkas Nachfolger als Klubchef, winkt ab: Die Optik trüge, es liege im Ermessen jedes Abgeordneten, ob er seinen Laptop auch mit ins - erst im Sommer mit entsprechenden Stromanschlüssen versehenen - Plenum nehme. "Im Klub haben wir einen ganzen Laptop-Wald", versichert Drexler. Eine Bemerkung von der Kollegenschaft apropos "Laptop und Lederhose" - Lopatka habe den Laptop wohl nach Wien mitgenommen und zurückgeblieben sei nur noch die Lederhose - kommt Drexler nicht zu Ohren. Er unterstreicht seinerseits: "Bei uns werden alle Unterlagen nur noch elektronisch versendet, das heißt, die Mandatare müssen den Computer verwenden."

Draußen in den Bezirken

Ähnlich auch die Argumentation im SPÖ-Klub, dessen Mitglieder erst jüngst mit modernem Gerät ausgestattet wurden und die ebenfalls eine augenscheinlich geringe plenare Nutzungsdichte aufweisen: "Unsere Leute verwenden die Laptops draußen in den Bezirken, um optimal vernetzt zu sein", heißt es aus dem Klub.

Überhaupt arbeite man in der Steiermark zügig am "papierlosen Landtag", ergänzt VP-Klubobmann Drexler. Dieser soll in der nächsten Legislaturperiode ab 2005 realisiert werden. (apa)