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Karl Liebknecht

Foto: apa/dpa
Berlin - Dem Arbeiterführer Karl Liebknecht wird knapp 85 Jahre nach seinem Tod eine ungewöhnliche Ehrung zuteil: Der Sockel eines nie vollendeten Liebknecht-Denkmals am früheren Mauerstreifen in Berlin soll am Donnerstag nach Auskunft Kultursenator Thomas Flierl (PDS) wieder aufgestellt werden. Der mannshohe Sockel war am 13. August 1951 - Liebknechts 80. Geburtstag - auf Geheiß der Ost-Berliner Führung am Potsdamer Platz errichtet worden. Doch das Denkmal direkt an der Sektorengrenzen zwischen Ost und West wurde niemals fertiggestellt. Auf den Tag genau zehn Jahre später begann die SED-Führung schließlich mit dem Bau der Mauer.

Kein Weiterbau

Damit war der Platz endgültig ungeeignet für das Gedenken an den in der DDR hochgehaltenen Mitbegründer der KPD. Das unvollendete Denkmal stand knapp vierzig Jahre im Mauerstreifen, doch abgetragen wurde es erst 1995, nachdem das Areal in Privatbesitz übergegangen war.

Im Beisein von Flierl soll es jetzt in der Nähe seines ursprünglichen Standortes wieder aufgestellt werden. Die ungewöhnliche Geschichte des Mahnmals soll auf einer gläsernen Tafel dokumentiert werden. Ein Weiterbau ist aber nicht vorgesehen. "Die Geschichte bleibt eine unvollendete", sagte Flierls Sprecher Torsten Wöhlert. Am Ort des unvollendeten Denkmals war Liebknecht am 1. Mai 1916 im Zuge einer Demonstration gegen den Ersten Weltkrieg festgenommen worden. Im Jänner 1919 wurde er ebenso wie Rosa Luxemburg von einer rechtsgerichteten Schützendivision verschleppt und getötet. Daran erinnert heute ein Mahnmal im Berliner Tiergarten. (APA/AFP)