Bild nicht mehr verfügbar.

Das Oberste Gericht des US-Staats Massachusetts hat grünes Licht für die Einführung der Ehe für homosexuelle Paare gegeben.

foto: apa/epa
Boston/London - Das Oberste Gericht des US-Staats Massachusetts hat grünes Licht für die Einführung der Ehe für homosexuelle Paare gegeben. Die Richter in Boston urteilten am Dienstag, das bisherige Verbot der Eheschließung zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern verstoße gegen die Verfassung des Ostküstenstaats. Die Verfassung bekräftige die Würde und Gleichheit aller Menschen und verbiete "die Schaffung von Bürgern zweiter Klasse". US-Präsident George W. Bush kritisierte die Entscheidung.

"Heilige Institution"

"Die Ehe ist eine heilige Institution zwischen einem Mann und einer Frau", hieß es in einer in London veröffentlichten Erklärung Bushs. Der Richterspruch in Massachusetts verstoße gegen dieses "wichtige Prinzip". Er werde gemeinsam mit den Kongressabgeordneten alles rechtlich Notwendige tun, um die "Unverletzlichkeit der Ehe" zu verteidigen, kündigte der Präsident an. Einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage des Pew Research Center zufolge lehnen 59 Prozent der US-Bürger die Homo-Ehe ab.

Zweiter US-Staat

Sollte Massachusetts auf Grund dieses Urteils nun die Homo-Ehe einführen, wäre es erst der zweite der 50 US-Staaten mit einer solchen Regelung. Die Ehe für homosexuelle Paare gibt es bisher nur in Vermont. Dort hatte der frühere Gouverneur Howard Dean die entsprechende Gesetzgebung im Jahr 2000 in Kraft gesetzt. Dean wirbt sich bei den oppositionellen Demokraten um die Präsidentschaftskandidatur für 2004.

Erfolg

Die Homosexuellen-Bewegung in den USA hatte erst im Juni einen bahnbrechenden Erfolg erzielt, als das Oberste Gericht des Landes den analen und oralen Geschlechtsverkehr zwischen Erwachsenen für legal erklärte. Der Staat dürfe "privates sexuelles Verhalten" nicht zu einem Verbrechen erklären, urteilte der Supreme Court. Hinfällig wurden damit gesetzliche Verbote dieser sexuellen Praktiken in 13 US-Staaten. (APA/red)