Belgrad - Die Führer der bisher regierenden Demokratischen Opposition Serbiens (DOS) haben bei einem Treffen in Belgrad Dienstag Abend die Auflösung der Koalition beschlossen. DOS war Anfang des Jahres 2000 als eine Koalition von demokratisch ausgerichteten Oppositionsparteien entstanden, die bemüht waren, dem Regime von Slobodan Milosevic ein Ende zu setzen.

Bei der bevorstehenden vorgezogenen Parlamentswahl am 28. Dezember werden die bisherigen DOS-Mitglieder entweder allein oder in neuen Bündnissen auftreten. Probleme dürften vor allem eine Vielzahl von kleinen politischen Parteien haben, die nicht in der Lage sind, die Fünf-Prozent-Hürde zu überspringen.

Aus der Demokratischen Partei verlautete am Abend, dass sie nach zehn Jahren zum ersten Mal unter eigenem Namen auftreten wird. Die Wahlliste der Partei wird unter dem Namen "Demokratische Partei - Zoran Djindjic" fungieren. Seit der Ermordung des Regierungschefs im März hat die Parteiführung noch keinen neuen Parteichef gewählt.

Auch zwei weitere Großparteien, die Demokratische Partei Serbiens von Vojislav Kostunica und die Expertenpartei G17plus von Miroljub Labus, wollen keine Wahlbündnisse eingehen, sind jedoch für Regierungskoalitionen bereit. (APA)