Deutschlands Dokumentarfilmer protestieren gegen eine mögliche Zusammenlegung der Fernsehsender 3sat und Arte. Gerade bei den Fernsehprogrammen, die den Kultur- und Informationsauftrag noch ernst nähmen, wollten die Ministerpräsidenten Peer Steinbrück (SPD), Edmund Stoiber (CSU) und Georg Milbradt (CDU) sparen, kritisierte die Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm (ag dok) am Mittwoch.

Die Organisation, der 700 Dokumentarfilmer angeschlossen sind, sieht darin "einen weiteren Schritt zur Banalisierung des öffentlich-rechtlichen Fernsehens, das gerade in diesen Tagen mit dem Start der offensichtlich weitgehend werbefinanzierten ARD-Reihe "Bunte-TV" einen neuen Tiefpunkt erreicht hat", hieß es in einer Mitteilung.

"Erbärmliche Finanzausstattung"

Dokumentarfilme mit innovativen Themen und Formen würden bereits jetzt in die Kulturkanäle Arte und 3sat abgeschoben und seien damit auf einen Bereich zurückgeworfen, der auch innerhalb der Senderfamilien als kulturelles Feigenblatt mehr geduldet als geliebt werde. Gerade 3sat leide seit Jahren unter einer geradezu erbärmlichen Finanzausstattung. Dieser Trend würde durch die Umsetzung einer solchen Empfehlung noch beschleunigt. Sollten die letzten Refugien des öffentlich-rechtlichen Profils noch weiter ausgedünnt werden, sei das öffentlich-rechtliche Angebot überhaupt nicht mehr vom Privatfernsehen zu unterscheiden, so die ag dok.

Eine Zusammenlegung der beiden Kanäle gehört zu den Sparvorschlägen aus politischen Kreisen ( etat.at berichtete), die eine Gebührenerhöhung für den öffentlich-rechtlich Funk ab 2005 verhindern wollen. (APA/dpa)