In Österreich hat der oberösterreichische "Foto-Löwe" Hartlauer mit 153 Filialen sein geplantes Wachstum weitgehend abgeschlossen. Etwa fünf Standorte wünscht sich Geschäftsführer Robert Hartlauer noch. "Ich will nach Eisenstadt, ich will in den Euro-Park Salzburg, einen besseren Standort in Dornbirn und ein zweites Geschäft in Salzburg", präzisierte Hartlauer bei einer Pressekonferenz in Wien seine Pläne.

Für das Weihnachtsgeschäft gerüstet

In den ersten elf Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2003 habe Hartlauer ein zweistelliges Umsatzplus bei gleicher Anzahl von Geschäften verzeichnet, sagte der Geschäftsführer. Für das Gesamtjahr rechnet er mit einem Umsatz um rund 200 Mio. Euro, das sind rund 4 Prozent mehr als die 192 Mio. Euro des Jahres 2002. Rund ein Drittel davon soll aus dem anlaufenden Weihnachtsgeschäft kommen, für das sich Hartlauer mit der bestehenden Produktpalette gut gerüstet sieht.

Neun Millionen Kataloge

Als Zugpferde im diesjährigen Weihnachtsgeschäft sieht Hartlauer günstige Einsteiger-Angebote in die Digitalfotografie ab 135 Euro, eine "erstmals auch für Amateure erschwingliche" Autofokus-Digitalkamera (ab 1.099 Euro) sowie eine Mini-Digitalkamera. MMS-Handys mit eingebauter Kamera (kostenlos bei Erstanmeldung), Flachbildfernseher und DVD-Rekorder mit Aufnahmefunktion könnten ebenfalls zu den Rennern der Saison werden, hofft Hartlauer. Um dem Weihnachtsmann auf die Sprünge zu helfen, werden neun Millionen Kataloge österreichweit verteilt. Mit Gutscheinen werde auch das Verschenken von Brillen oder Hörgeräten möglich.

Hartlauer verfügt nach eigenen Angaben über knapp 20 Prozent Marktanteil im Bereich Optik und bei Fotoapparaten. Bei der Stückzahl verkaufter Brillen erreicht Hartlauer 38 Prozent österreichweit, bei Hörgeräten sind es 18 Prozent. Zwischen 20 und 30 Prozent beziffert Hartlauer den Marktanteil verkaufter Handys.

Verlängerung der Ladenöffnungszeiten

Keine merkliche Geschäftsbelebung hat für Hartlauer die im Sommer beschlossene Verlängerung der Ladenöffnungszeiten gebracht. Denn "eine Anpassung der Handels-Kollektivverträge wurde nicht einmal diskutiert". Das Bezahlen von Überstunden ab 18.30 Uhr werktags könne sich Hartlauer, wo 75 Prozent der Kosten für das Personal aufgingen, "nicht leisten". Er sei ein großer Befürworter flexiblerer Öffnungszeiten, aber die Entlohnung der Mitarbeiter sollte analog zum Gastgewerbe möglich sein, wo auch spätabends noch keine Zuschläge zu zahlen seien, wenn der Großteil der Arbeit vor Mitternacht anfalle.

Vorerst keine Zahnkliniken

Vorerst weiter auf Eis liegen Hartlauers Pläne für Zahnkliniken, gegen die sich Ärztekammer und Dentistenvertretung massiv ausgesprochen haben. "Ich habe mich vorerst verabschiedet von der Thematik", sagt der "Foto-Löwe". Die Frage der erforderlichen Bedarfsprüfung sei beim Verwaltungsgericht Wien anhängig. Eine Entscheidung sei voraussichtlich erst in drei bis vier Jahren zu erwarten.

Ebenso fürs erste vom Tisch ist ein früher geprüfter Standort im Südtiroler Bozen. "Wir wollten einen Top-Standort, aber die Miete war zu hoch", so Hartlauer.(apa)