129 Journalisten, die weltweit auf Grund ihrer Arbeit im Gefängnis sitzen, zählt die Organisation "Reporter ohne Grenzen" (RSF) derzeit. Erschreckende Bilanzen wie diese machen regelmäßig die Runde durch die Medien. Zumindest einmal am Tag aber möchte RSF ganz konkret auf die inhaftierten Menschen aufmerksam machen. Am "Sponsorship Day" sollen sich so viele Medien wie möglich deren Schicksal widmen.

"Sponsorship Day"

Hintergrund des "Sponsorship Days", der am Donnerstag bereits zum 14. Mal stattfinden: Seit 1989 gibt es eine Art "Adoptionssystem" für inhaftierte Journalisten. Zahlreiche Medien und Journalistenclubs und -vereinigungen in Frankreich - RSF hat seinen Hauptsitz in Paris - aber auch in vielen anderen Ländern sind "Sponsoren" für einzelne Journalisten. Sie sind mit ihnen und deren Familien in Kontakt, treten gegenüber Behörden auf und lenken die Aufmerksamkeit der Leser auf das Schicksal der Medienmitarbeiter in Haft. Am 20. November soll darauf der Schwerpunkt gelegt werden.

Biografien

Tatsächlich lässt so manche Biografie den Leser bestürzt zurück. Der Vietnamese Ngyuen Dinh Huy etwa, heute 71 Jahre alt, war in den vergangenen 28 Jahren nur 21 Monate auf freiem Fuß. In Kuba, wo vergangenen März gleich 28 Journalisten festgenommen und zu Haftstrafen zwischen 14 und 28 Jahren verurteilt wurden, ist einer der Betroffenen Raul Rivero. 20 Jahre muss er wegen "Unterminierung der Unabhängigkeit und Einigkeit" des kubanischen Staates absitzen. In Burma wird der mittlerweile 73-jährige Win Tin seit 1989 verfolgt - drei Jahre Zwangsarbeit, zehn Jahre Haft im Jahr 1992 und weitere sechs Jahre im Jahr 1996. Sein Verbrechen: "Herausgabe von Nachrichten, die die neue Regierung schädigen."

Neben der Zentrale in Paris hat RSF auch einige nationale Abteilungen - eine davon in Österreich, weitere in Deutschland, Italien, Frankreich, Spanien, Schweden Großbritannien, Belgien und der Schweiz. (APA)