Kapstadt - Die südafrikanische Regierung hat am Mittwoch einen Plan zur freien Verteilung von Aids-Medikamenten gebilligt. Innerhalb von fünf Jahren sollen die Medikamente allen Bedürftigen zur Verfügung stehen. Wann mit der Verteilung begonnen werden soll, wurde nicht gesagt.

Gesundheitsministerin Manto Tshabalala-Msimang schränkte aber ein: "Ich will keine falschen Hoffnungen wecken." Es sei noch ein weiter Weg, bis das Ziel erreicht sei. Erst müsse es noch eine Ausschreibung für die Medikamente geben, die Helfer müssten ausgebildet und die Verteilzentren, besonders auf dem Land, ausgebaut werden. Aber die Grundsatzentscheidung sei gefallen, sagte sie. "Es gibt Hoffnung."

Die Regierung hatte es zuvor lange abgelehnt, über das staatliche Gesundheitswesen Aids-Medikamente zu verteilen. Dies sei zu teuer und die Wirkung der Medikamente nicht sicher, hieß es. Diese Haltung war auch international heftig kritisiert worden. In Südafrika sind 4,7 Millionen Menschen, das sind elf Prozent der Bevölkerung, HIV-infiziert. Täglich sterben Schätzungen zufolge 600 bis 1.000 Menschen an Komplikationen in Zusammenhang mit Aids. Ziel der Regierung ist es nun, im ersten Jahr 50.000 Patienten zu erreichen. (APA/AP)