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Foto:Reuters
Park City - Park City hat ausreichend Schnee und den Skibetrieb eine Woche früher als geplant gestartet. Am Freitag soll es pünktlich zu den Weltcup-Rennen der Herren wieder schneien, eisige Temperaturen inklusive. Der Olympia-Ort von 2001 ist also bereit für das Gastspiel von Bode Miller, Hermann Maier und Co.

Weißes Ballett gegen Rest der Welt

Das Match Österreich gegen den Rest der Welt reduziert sich nach dem überlegenen Sölden-Sieg von Miller vorerst auf einen Kampf des "weißen Balletts" gegen US-Einzelkämpfer Bode Miller. "Wir werden ja sehen was passiert, wenn der schlafende Löwe aufgewacht ist", witzelte US-Chef Phil McNicoll wegen der mageren und podestlosen ÖSV-Vorstellung in Sölden, wo Benni Raich als Fünfter bester Österreicher gewesen ist.

Im ÖSV hat man Sölden ausführlichst analysiert und ist zu dem Schluss gekommen, dass Miller dort vor allem in den Übergängen gewonnen hat. "Unsere sind alles voll auf Zug gefahren, Bode ist die Kurven angedriftet", so der Schluss von ÖSV-Herrenchef Toni Giger. "Aber sonst war einer von uns auf jedem Teilstück dabei. Eberharter oben, Raich unten. Natürlich haben wir gesehen, das die Trauben doch höher hängen. Wir haben aber tausendprozentig daran gearbeitet, um den Rückstand aufzuholen. Zudem sind unsere Burschen fitter als in Sölden", versprach Giger nach dem Intensiv-Training in Colorado.

Experiment Gesamtweltcup-Sieger

In der "Zwischensaison" ohne WM oder Olympia wird bei den Herren erstmals das "Projekt WC4" ausprobiert, das österreichische Weltcup-Gesamtsieger auch nach dem Rücktritt mancher bereits in die Jahre gekommener Stars garantieren soll. In dieser von Andreas Evers geleiteten Gruppe sollen die Läufer alle Disziplinen trainieren, um letztlich auch in möglichst vielen Bewerben starten zu können.

Giger sieht es zumindest als "mittelfristiges" Konzept, "denn von heute auf morgen geht so etwas nicht. Aber wir wollen damit den Läufern zumindest die Chance geben, alles zu trainieren und dann in den Trainings- und Testläufen zu zeigen, dass sie es auch in den anderen Disziplinen drauf haben." Siehe Raich, der in den Speed-Disziplinen forciert werden soll. Oder Abfahrts-Weltmeister Michael Walchhofer, der nun auch wieder in seiner einstigen Paradedisziplin Slalom zum Zug kommt.

Opfer Franz

Dafür müssen natürlich auch Opfer gebracht werden. Zuletzt traf es Abfahrer Werner Franz, der zu Hause bleiben musste, um für Raich einen Trainingsplatz vor der ersten Abfahrt kommende Woche in Lake Louise freizumachen. Kein leichter Job für Giger, dem so etwas mitunter schlaflose Nächte bereitet. "Aber es liegt eben an mir Entscheidungen zu treffen. Auch wenn es nicht immer leicht ist." Verschenkt werden jedenfalls keine Startplätze, so Giger, "und Werner Franz wird schon in Val d'Isere wieder seine Chance bekommen."

In Utah stehen jedenfalls die Zeichen gut für den ersten ÖSV-Saisonsieg, "auch wenn Park City für mich eher eine Hochschaubahn war", so Giger. "Von Serienausfällen bis zum Olympiasieg von Stephan Eberharter habe ich hier alles erlebt."

Gute Bilanz des ÖSV

In Summe haben die Österreicher in Utah aber stark abgeschnitten. Von jeweils neun Rennen seit 1985 haben die ÖSV-Läufer vier Riesentorläufe (Eberharter, Maier, J. Strobl,. Mader) und fünf Slaloms (Schönfelder, Schilchegger, Sykora, zwei Mal Stangassinger) gewonnen. Und Olympia-Gold von Eberharter im Riesentorlauf. "Wir kommen also gerne hierher. Aber versprechen kann ich nichts", so Giger.

Hermann Maier wird sein mit viel Interesse verfolgtes RTL-Comeback in Park City mit Nummer 24 angehen, weil die FIS den ÖSV-Einspruch gegen Aufhebung des Verletztenstatus endgültig abgewiesen hat. Im Slalom hat Kurt Engl die interne Qualifikation gegen Florian Seer gewonnen. (APA)

ÖSV-Kader für Park City:

  • Riesentorlauf (11): Hans Knauß, Heinz Schilchegger, Christian Mayer, Benni Raich, Christoph Gruber, Stephan Eberharter, Hermann Maier, Andreas Schifferer, Rainer Schönfelder, Patrick Bechter, Stephan Görgl

  • Slalom (9): Schönfelder, Manfred Pranger, Raich, Schilchegger, Kilian Albrecht, Martin Marinac, Mario Matt, Michael Walchhofer, Kurt Engl

    Programm in Park City:

  • 22.11.2003 Riesenslalom
    (1. DG: 18:00 Uhr; 2.DG: 21:00)
  • 23.11.2003 Slalom
    (1.DG: 18:00 Uhr; 2:DG: 21:00)