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Die Touristen wurden auf dem Weg in die historische Ruinenstadt Ciudad Perdida im Norden Kolumbiens entführt

Foto: Reuters TV
Bogota - Die Behörden in Kolumbien haben am Freitag nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft den mutmaßlichen Drahtzieher des jüngsten Geiseldramas festgenommen. Edison Ramos Alcazar, ein mutmaßliches Mitglied der Nationalen Befreiungsarmee (ELN), soll die Entführung der sieben ausländischen Touristen vor mehr als zwei Monaten koordiniert haben. Am Tag zuvor hatte die ELN angekündigt, am Montag die deutsche Geisel und einen Spanier freizulassen.

Delegation besucht Sierra

Die Entführer entschlossen sich nach eigenen Angaben zu dem Schritt, nachdem ein Ausschuss für humanitäre Angelegenheiten sich zu einem Besuch in der Sierra Nevada bereit erklärt habe, um sich ein Bild von der Not der Dorfbewohner zu machen. Am Freitag reisten Vertreter der katholischen Kirche und Mitarbeiter von Menschenrechtsorganisationen in die Region, die der Delegation angehören sollen. Sie wollen ab Samstag mindestens sechs Dörfer besuchen. Auch die Vereinten Nationen wollen sich laut einem Sprecher an der Delegation beteiligen.

Die ELN hält neben der Deutschen und dem Spanier vier Israelis und einen Briten in ihrer Gewalt. Die Touristen waren am 12. September an einer präkolumbianischen Ausgrabungsstätte in der Sierra Nevada überfallen und verschleppt worden.

Dritter Priester binnen eines Monats ermordet

Binnen eines Monats sind in Kolumbien bereits drei Priester ermordet worden. Pater Jose Rubin Rodriguez, der nach Einschätzung der Behörden von linken FARC-Rebellen entführt worden war, sei am Freitag im Norden des Landes tot aufgefunden worden, sagten Vertreter der Kirche.

Vor zwei Wochen war ein anderer Priester in der zentralen Provinz Meta mit durchschnittenem Hals in seinem Wohnhaus gefunden worden. Fast zeitgleich waren ein weiterer Priester und seine Sekretärin im Nordosten des Landes von Unbekannten in ihrem Auto erschossen worden.

(APA/AP)