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"Ich bin sehr froh, dass es gelungen ist, diese Privatisierung in Ruhe und ohne politische Streitigkeiten abzuschließen", meinte Böhler-Chef Claus Raidl

Foto: APA/Gindl
Wien - Beim Edelstahlerzeuger Böhler-Uddeholm ist der bisherige Einfluss des Staates mit der jetzt abgeschlossenen Restprivatisierung Geschichte. "Ich bin sehr froh, dass es gelungen ist, diese Privatisierung in Ruhe und ohne politische Streitigkeiten abzuschließen", wird Konzernchef Claus Raidl in einer Unternehmensmitteilung vom Freitag zitiert.

Es sei damit geglückt, ein Traditionsunternehmen der österreichischen Industrie, das nach dem Zweiten Weltkrieg wegen der damaligen Situation wie auch andere Betriebe verstaatlicht wurde, zur Gänze über die Börse zu privatisieren. Insgesamt seien nun knapp mehr als 60 Prozent der Anteile in Händen privater österreichischer Aktionäre, wie Pressesprecher Randolf Fochler sagte.

Insgesamt 466,5 Millionen Euro

Einschließlich des Verkaufs ihres restlichen 25 Prozent-Anteils, der einen Erlös von 133,4 Mio. Euro bescherte, hat die Staatsholding ÖIAG mit Böhler-Uddeholm insgesamt 466,5 Mio. Euro erlöst. Böhler-Uddeholm zufolge sind darin auch der Erlös aus dem Börsengang (SPO) 1996 sowie die seit 1996 ausbezahlten Dividenden enthalten. Der erste Börsengang (IPO) 1995 erfolgte über eine Kapitalerhöhung, bei der die ÖIAG nicht mitzog (aus ihren Beständen wurden keine Aktien verkauft).

Die knapp vierfache Überzeichnung des Angebots von 2,75 Millionen Stammaktien aus ÖIAG-Besitz wertet der Böhler-Uddeholm-Vorstand als ein "Zeichen für die Attraktivität des Unternehmens in der internationalen Finanzwelt". Begrüßt wird auch, dass 5 Prozent des Aktienvolumens an österreichische Privatinvestoren (Retail Publikum) zugeteilt werden konnte.

Roadshow

Der Böhler-Uddeholm-Vorstand ist am Donnerstag von seiner sechstägigen Roadshow, bei der für den Börsengang geworben wurde, zurück gekehrt. Dabei wurden in 40 Präsentationen über 70 institutionelle Investoren in Wien, Zürich, Paris, Frankfurt, New York, Boston und London angesprochen.

Mit dem nun vollzogenen Schritt der Vollprivatisierung hat sich der Streubesitz von bisher 44,8 auf 69,8 Prozent erhöht. Dadurch sollte auch das Handelsvolumen in Böhler-Aktien steigen, die höhere Liquidität werde vor allem von institutionellen Investoren im In- und Ausland begrüßt, wie es hieß.

Vom Streubesitz entfallen nach Schätzungen des Unternehmens knapp 30 Prozent auf Anleger aus Österreich, 11 Prozent auf die USA, je 9 Prozent auf Großbritannien und Deutschland, 5 Prozent auf die Schweiz und der Rest auf sonstige Länder.

Die Rolle des alleinigen österreichischen Kernaktionärs übernimmt die BU Industrieholding der Investoren-Gruppe um den Badener Rechtsanwalt Rudolf Fries, die 25,6 Prozent der Anteile hält. Weitere 4,6 Prozent werden von Böhler-Uddeholm für ein Stock-Option-Programm gehalten.(APA)