Wien - SPÖ-Wirtschaftssprecher Hans Moser sieht mit dem vollzogenen Börsenverkauf des 25-prozentigen ÖIAG-Restanteils an Böhler-Uddeholm "jegliche Tür für eine feindliche Übernahme des Edelstahlunternehmens geöffnet". Fast 70 Prozent der Böhler-Aktien seien jetzt in Streubesitz. Der Abgeordnete sprach von einem "absoluten Bedrohungspotenzial" und einer "massiven Standortgefährdung". ÖIAG-Sprecherin Viktoria Kickinger hielt dem entgegen: "Eine Opposition muss opponieren, das ist Teil des Rollenspiels."

Moser kritisierte auch den Verkaufspreis, der Donnerstagabend mit 48,50 Euro je Aktie fixiert wurde. Er wies darauf hin, dass dieser Preis mehr als zehn Prozent unter den Eigenmitteln von Böhler-Uddeholm (55 Euro pro Aktie) liege. "Die Verschwendungs- und Verschleuderungspolitik der Regierung findet damit ihre Fortsetzung", sagte der SP-Politiker.

"Dass das ein in jeder Hinsicht erfolgreicher Börsengang war, wird uns von allen Kompetenten - von Bankenseite wie von politischer Seite - bestätigt", betonte Kickinger. "48,50 Euro sind ein toller Preis, der alle Erwartungen übersteigt." (APA)