Klosterneuburg - Zum vierten "Geburtstagsfest" der Sammlung Essl wird am Wochenende die neue Dauerausstellung "Permanent 04" eröffnet. Zum dritten Mal zeichnet Karlheinz Essl für Konzept und Auswahl aus den Beständen verantwortlich. Die Präsentation der mehr als 100 Arbeiten ist thematisch an Ländertraditionen orientiert. Dass die Hälfte der sieben Galerieräume der österreichischen Kunst Raum geben, zeige den Schwerpunkt der Sammlung trotz deren internationalem Bezug, sagte der Sammler bei einer Pressekonferenz am Freitag.

Besucheranalysen zufolge seien die Besucher - neben den Sonderschauen im Großen Saal - sehr stark an der Sammlung selbst interessiert, betonte Essl die Wichtigkeit, Arbeiten aus den rund 5.000 Exponate umfassenden Beständen zu zeigen. Den Auftakt zu "Permanent 04" bildet ein monumentales Werk, das Jörg Immendorf zur Eröffnung des Hauses 1999 gemalt hat: "In meinem Salon ist Österreich" zeigt das Sammler-Ehepaar Agnes und Karlheinz Essl im Kreis österreichischer Künstler.

Schwerpunkte

Dass der nächste Raum junge österreichische Kunstschaffende - Elke Krystufek, Katrin Plavcak, Muntean/Rosenblum, Eva Schlegel und Ilse Haider - in den Mittelpunkt rückt, ist laut Essl ein bewusstes Bekenntnis zu den jungen Künstlern, denen auch in der monatlichen Reihe "Emerging Artists" im Depot ein Forum geboten wird: "Ein Museum für Gegenwartskunst darf nicht statisch sein."

Die Spanier Eduardo Chillida, Antonio Saura und Antoni Tapies sind auch mit Skultpuren vertreten, die deutsche Malerei repräsentieren u.a. Georg Baselitz und Markus Lüpertz. Dem Bildhauer Bruno Gironcoli, Vertreter Österreichs auf der biennale 2003 in Venedig, ist ebenso ein Raum gewidmet wie den installativen Arbeiten von Dieter Roth und Daniel Spoerri. Frühe Aktionsmalerei von Otto Mühl und Alfons Schilling und neuere Arbeiten von Arnulf Rainer beherrschen einen weiteren Raum der Galerie.

Bilanz zum Feiern

Vier Jahre Sammlung Essl werden am Wochenende mit "Tagen der offenen Tür" (bei freiem Eintritt) gefeiert. Geboten werden u.a. eine Video- und Soundperformance, Atelier für alle sowie die Video-Präsentation des Lehrlingsprojektes, in dessen Rahmen bauMax-Lehrlinge aus ganz Österreich im Museum aktive Kunstvermittlung erfahren haben.

Die Sammlung Essl habe sich "enorm etabliert" und zähle mittlerweile zu den bedeutenden internationalen Museen für Gegenwartskunst, zog Essl Resümee auch über die Entwicklung der Besucherzahlen in den vergangenen vier Jahren. Dies sei neben dem überaus engagierten Team und der bestechenden Architektur des Hauses (geplant von Heinz Tesar, Anm.) auch auf das "lebendige, spannende" Programm und das eigenständige Profil zurückzuführen: "Wir trauen uns auch, Dinge zu zeigen, von denen andere (staatlich geförderte) Museen Abstand nehmen." Der Sammler verwies in diesem Zusammenhang u.a. auf die Präsentationen von Elke Krystufek und Hermann Nitsch. Dessen jüngste Aktion am vergangenen Samstag sei übrigens ein "wunderschönes, sehr diszipliniertes" Fest gewesen, das auch Skeptiker überzeugt hätte. (APA)