Peshawar - Nach Morddrohungen haben zwei Frauen in Afghanistan am Freitag ihre Kandidatur für die Große Ratsversammlung (Loya Jirga) zurückgezogen. Beide seien am Abend zuvor in ihren Wohnungen in Jalalabad von maskierten und bewaffneten Männern bedroht worden, sagte eine der beiden Kandidatinnen, Humaira. Die Wahl in der Stadt wurde daraufhin zunächst ausgesetzt.

Die Loya Jirga soll am 10. Dezember die neue Verfassung Afghanistans verabschieden. Ein Fünftel der insgesamt 500 Sitze des Rats ist explizit Frauen vorbehalten.

US-General: Bin Ladens Ergreifung nicht vordringlich

Das Ergreifen des Moslem-Extremisten Osama bin Laden ist nach Ansicht eines hochrangigen US-Generals im Kampf gegen den Terror nicht vordringlich.

Der Vizechef des US-Generalstabs, Peter Pace, sagte am Freitag bei einem Truppenbesuch in Afghanistan, Bin Laden halte sich im Hintergrund. Der Kampf gegen den Terror sei im Ganzen wichtiger als die Fahndung nach einem Einzelnen. Er fügte allerdings hinzu: "Das heißt nicht, dass wir nicht glücklich wären, wenn wir Osama bin Laden heute oder morgen fangen würden."

Botschafter: "Anstrengungen verdoppeln"

Der neue US-Botschafter in Afghanistan, Zalmay Khalilzad, hatte vor wenigen Tage gesagt, dass die US-Armee ihre Anstrengungen verdoppeln werde, um Bin Laden und andere Anführer seiner Gruppe El Kaida sowie der radikalislamischen Taliban zu fassen.

Bin Ladens El Kaida wird von den USA für die Anschläge vom 11. September 2001 in den USA verantwortlich gemacht und hat sich unter anderem auch zu den jüngsten Anschlägen in Istanbul bekannt. Der Aufenthaltsort Bin Ladens ist unbekannt. Er hat sich in den vergangenen Jahren jedoch bereits mit mehreren von US-Geheimdiensten als authentisch erachteten Video- und Tonbandbotschaften an die Öffentlichkeit gewandt. Die Regierung in Afghanistan vermutet, dass sich versprengte Taliban- und El-Kaida-Zellen in Pakistan unbehelligt aufhalten. Die Regierung Pakistans beteuert indes, die USA im Kampf gegen den Terror nach Kräften zu unterstützen. (red/APA/AP)