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Noch immer gibt es in Österreich viel zuwenige Quartiere um notleidende Flüchltlinge menschenwürdig unterzubringen

Foto: APA/ ÖRK
Wien - Eine Zeltstadt für Flüchtlinge wollten Hilfsorganisationen in Wien errichten, um Asylwerber eine Unterkunft bieten zu können. Das sei "unappetitlich", befanden Bürgermeister Michael Häupl und Stadträtin Grete Laska und stellten zwei Gebäude zur Verfügung. Die Notquartiere werden nun bezogen, die FPÖ protestiert dagegen und fürchtet ein Sicherheitsrisiko.

Die beiden Unterkünfte, eine im 3., eine im 15. Wiener Gemeindebezirk, werden vom Roten Kreuz und der Volkshilfe betrieben. 500 Menschen sollen über den Winter dort Platz finden.

Lage sei dramatisch

Die Lage sei dramatisch, betonte Volkshilfe-Geschäftsführer Erich Fenninger bei der Präsentation des Quartieres in der Meiselstraße in Rudolfsheim-Fünfhaus. Vor Beratungsstellen würden sich verzweifelte Flüchtlinge drängen, Kleinkinder würden durch offene Fenster gehievt, um zumindest für sie einen Platz zu bekommen.

Vergangene Woche hätten die diversen Hilfsorganisationen daher den Plan gefasst, eine Zeltstadt in Wien zu errichten. Nach einer Vorsprache beim Bürgermeister habe dieser abgelehnt und stattdessen die beiden Häuser, die der Stadt gehören, angeboten.

Neues Bundesbetreuungsgesetz

Wie sich die Situation in den kommenden Monaten angesichts des neuen Bundesbetreuungsgesetzes entwickeln werde, sei noch schwer zu beurteilen. Volkshilfe-Migrationsexperte Heinz Stieb fürchtet aber, dass neuerlich "Menschen übrig bleiben" könnten, und kündigte weitere juristische Schritte gegen die Republik an.

Schritte will auch die FPÖ unternehmen, wenngleich in eine andere Richtung. Bei einer fast zeitgleich mit der Notquartiereröffnung angesetzten Pressekonferenz malte der Landtagsabgeordnete Helmut Kowarik das Bild eines "Klein-Traiskirchen" an die Wand. Die Drogensituation werde sich "wie schon bei anderen Heimen" verschärfen, die Flüchtlinge sollten in Bezirken mit geringerem Ausländeranteil untergebracht werden. (moe, DER STANDARD Printausgabe 22/23.11.2003)