Wien - Ohne Pump, aber mit einer hochrangig besetzten Konferenz zu seinem neuen Forschungsschwerpunkt Südosteuropa hat das Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche (WIIW) am vergangenen Freitag seinen 30. Geburtstag gefeiert.

In den Sechzigerjahren als Abteilung des Wirtschaftsforschungsinstitutes (WIFO) zur besseren Erforschung der damaligen kommunistischen Länder gegründet, gewann das Institut dann 1973 seine Unabhängigkeit, erzählte der ehemalige Forschungsdirektor Kazimierz Laski. Schwerpunkt war anfangs der Aufbau von Kontakten mit Ökonomen aus Osteuropa, die mit Unterstützung der Ford Foundation Stipendien für Forschungsaufenthalte in Wien erhielten. Viele von ihnen nahmen nach der Wende 1989 Spitzenpositionen in der Politik und Finanz der Reformstaaten ein, berichtete Laski.

In den frühen Neunzigerjahren warnte das WIIW mehrmals vor den tiefen Rezessionen, die durch eine unbedachte Reformpolitik und die von vielen US-Beratern empfohlenen Schocktherapien ausgelöst werden würden. "Inzwischen hat sich gezeigt, dass wir in vielen Dingen Recht behalten haben", sagte Verwaltungsdirektorin Ingrid Gazarri.

Heute gilt das Institut als eines der weltbesten Einrichtungen für die Forschung über Transformationsstaaten. Als Finanzminister Karl-Heinz Grasser vor drei Jahren alle heimischen Wirtschaftsinstitute evaluieren ließ, schnitt das WIIW bei weitem am besten ab, berichtete Thomas Wieser, Sektionschef im Finanzministerium und Vizepräsident des WIIW. (ef, Der Standard, Printausgabe, 24.11.2003)