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Foto: APA/Pirker Lebzelt/Mariazell
Hamburg/Nürnberg - Lebkuchen und Spekulatius sind nach Untersuchungen der deutschen Verbraucherorganisation Foodwatch mit Acrylamid belastet. Das berichtet das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Hohe Acrylamidkonzentrationen in Lebensmitteln sollen Krebs auslösen und das Erbgut verändern. Experten warnen hingegen vor Panik.

Spekulative Schlagzeilen um Spekulatius?

Der Leiter des Nürnberger Institutes für Biomedizinische und Pharmazeutische Forschung, Professor Fritz Sörgel, zeigte wenig Verständnis dafür, die Ergebnisse gerade in der Vorweihnachtszeit in dieser Form und ohne Vergleiche zu veröffentlichen. Besser wäre es gewesen, den Menschen zu sagen, wo Lebkuchen im Vergleich zu anderen Lebensmitteln stehe, die viele täglich zu sich nehmen, sagte Sörgel am Sonntag.

Das Hervorheben einzelner Lebkuchensorten sei wenig hilfreich. Es gebe bei Herstellungschargen Unterschiede bis zu 50 Prozent. Man verzerre das Bild, wenn man sage, in einer Sorte sei 35 Mal mehr Acrylamid als in einer anderen. Bei den Untersuchungen seines Instituts habe das Verhältnis zwischen beiden zitierten Lebkuchensorten bei etwa acht gelegen, meinte Sörgel. Er kündigte für Montag die Veröffentlichung der Ergebnisse seiner Untersuchung von 80 verschiedenen Lebkuchensorten an.

Vergleich tut Not

Die Daten würden mit den Werten von Pommes frites verglichen, die neben Chips die Hauptbelastungsquelle für Acrylamid sind. Sörgel: "Wir müssen den Menschen sagen, wie die Belastung mit anderen Nahrungsmitteln und über das ganze Jahr verteilt ist und nicht nur die Vorweihnachtszeit herausziehen. Und wir müssen einfach auch sagen, dass es eine gänzlich Acrylamid-freie Nahrung nie geben wird."

Die Messungen der Berliner Verbraucherschützer hätten nun ergeben, dass zwar bei der Hälfte der 20 getesteten Sorten Lebkuchen die Belastungen im Vergleich zum Vorjahr gesunken seien. Doch seien die Werte bei sechs anderen Produkten im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. (APA/dpa)