Wien - Die 1961 gegründete Ludwig Boltzmann Gesellschaft (LBG) gilt als eine der größten privaten Trägerorganisationen für Forschungseinrichtungen in Österreich. Derzeit werden mit einem Budget von rund zwölf Mio. Euro rund 135 Institute finanziert - die Schwerpunkte liegen im Bereich Humanmedizin.

Namenspatron der Gesellschaft ist der Wiener Physiker Ludwig Boltzmann (1844-1906). Geführt wird die vereinsrechtlich organisierte Institution von einem Vorstand. Dieses Gremium wird alle drei Jahre im Rahmen der Vollversammlung gewählt. Als Präsident fungiert Raiffeisen-Generalanwalt Christian Konrad, seine Vizepräsidenten sind Ex-Innenminister Franz Löschnak, der Wiener Vizebürgermeister Sepp Rieder, Raiffeisen-Generalsekretär Ferdinand Maier und OeNB-Generalrats-Präsident Herbert Schimetschek. Als hauptberufliche Geschäftsführerin amtiert seit rund zwei Jahren Claudia Lingner.

Ursprünglich als naturwissenschafts-orientiertes "rotes" Pendant zur historisch geisteswissenschaftlich orientierten "schwarzen" Akademie der Wissenschaften gegründet, wird die LBG heute vom Raiffeisen-Mann Konrad geführt. Ein parteipolitisches "Drehen" sieht er darin nicht. Die bisherigen Präsidenten seien Mitglieder von SPÖ-Regierungen gewesen - "der Konrad war in keiner Regierung und geht auch in keine hinein." Seine Partei heiße Raiffeisen - wenn es auch stimme, dass er ein "bürgerlicher Mensch" sei.

Das Budget der LBG beträgt derzeit jährlich zwölf Mio. Euro inklusive den von den Instituten eingeworbenen Drittmittel. 3,4 Mio. Euro davon kommen aus dem Bildungsministerium, 1,2 Mio. von der Stadt Wien - als weitere Unterstützer fungieren Landesregierungen und Gemeinden.

Boltzmann-Institute sind meist an Universitäten oder Krankenhäusern eingerichtet. Die 135 Institute verfügen über mehr als 200 ehrenamtliche administrative und wissenschaftliche Leiter, die etwa als Arzt an der jeweiligen Klinik tätig sind. Zum Teil sind sie recht klein strukturiert, verfügen doch 50 über keinen hauptberuflich angestellten Mitarbeiter. Hauptamtliche Leiter gibt es nur an einer Handvoll Instituten. Mehr als die Hälfte der Mitarbeiter in den Einrichtungen der LBG sind teilzeitbeschäftigt. 32 Institute haben im Vorjahr keinerlei Drittmittel lukriert. (APA)