Wien - Im Streit um das Atomprogramm des Iran haben Deutschland, Frankreich und Großbritannien einen neuen Entwurf für eine Resolution der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) in Umlauf gebracht, der den USA aber Diplomaten zufolge nicht weit genug geht.

In der neuen Fassung, die Reuters am Montag vorlag, hieß es, dass der Gouverneursrat der IAEO sofort zusammentreten und alle seine Handlungsoptionen prüfen solle, falls die IAEO weitere Verstöße des Iran gegen den Atomwaffensperrvertrag entdecke. Aus Sicht der USA seien die Formulierungen dieses dritten Entwurfs weiter zu schwach, sagten Diplomaten. Die IAEO hatte die Sitzung ihres Gouverneursrates am Freitag auf Mittwoch vertagt, um den drei EU-Staaten Zeit zu geben, ihren bisherigen Resolutionsentwurf zu überarbeiten.

Die USA verlangten eine deutliche Warnung an den Iran, dass die IAEO den UNO-Sicherheitsrat einschalten werde, wenn weitere Geheimnisse im Atombereich aufgedeckt würden, sagten Diplomaten. In den Verhandlungen über die Resolution sei die Wortwahl für diese von den USA geforderte Klausel der schwierigste Teil. Die USA haben dem Iran vorgeworfen, Atomwaffen zu bauen.

Der Iran bestreitet dies, hat aber gegenüber der IAEO eingeräumt, seit 18 Jahren ein Atomprogramm betrieben zu haben, ohne die internationale Atombehörde in vollem Umfang informiert zu haben. Erst kurz vor der Sitzung des IAEO-Gouverneursrates am 20. November gab Teheran zu, "kleine Mengen an niedrig angereichertem Uran" und Plutonium hergestellt zu haben. Teheran hat versichert, sein Atomprogramm diene ausschließlich friedlichen Zwecken. (APA/Reuters)