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Der Chef des US-Zentralkommandos, US-General John Abizaid, kündigt den Abzug der US-Armee an, wenn die Iraker die Verantwortung für ihre äußere und innere Sicherheit übernehmen könnten.

Foto: REUTERS/Molly Riley
Bagdad/Kirkuk/Moskau - Die US-Truppen werden nach den Worten von US-General John Abizaid aus dem Irak abziehen, sobald die künftige irakische Regierung selbst für die Sicherheit im Lande sorgen kann. Die US-Armee werde nicht mehr gebraucht, wenn die Iraker die Verantwortung für ihre äußere und innere Sicherheit übernehmen könnten, sagte der Chef des US-Zentralkommandos am Dienstag in Bagdad. Dies werde immer schneller geschehen.

Bremer: "Hussein-Anhänger terrorisieren Iraker"

Die Anhänger des durch die US-Militärintervention entmachteten Präsidenten Saddam Hussein haben nach Einschätzung des US-Gouverneurs Paul Bremer ihre Taktik geändert und "terrorisieren" jetzt die Iraker. Die Sicherheitslage habe sich verändert, sagte Bremer am Dienstag auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Abizaid in Bagdad. In der Vergangenheit hätten sich die Angriffe auf die US-geführten Besatzungstruppen konzentriert, inzwischen gebe es immer häufiger Angriffe auf Iraker. "Das ist abstoßend, kommt aber nicht unerwartet", sagte Bremer. Die Anhänger der alten irakischen Führung und die radikalen Islamisten hätten stets eine Politik der Einschüchterung betrieben.

Bombenexplosion vor Hotel in Kirkuk

Bei einer Bombenexplosion vor dem Eingang eines Hotels in der nordirakischen Stadt Kirkuk wurden unterdessen drei Iraker verletzt. Zwei seien Polizisten, einer sei Angestellter des "Kirkuk Palace", sagte ein irakischer Polizeisprecher. In dem Hotel in der Erdölstadt sind Vertreter des US-Ölunternehmens KBR, türkischer Firmen und ausländische Journalisten untergebracht.

US-Außenministerium verteidigt Schließung von Al Arabiya

Das US-Außenministerium verteidigte unterdessen die Schließung des arabischen Fernsehnachrichtensenders Al Arabiya in Bagdad. Es müsse verhindert werden, dass solche Medien als "Kanal für Aufhetzung" genutzt würden, sagte der Sprecher des Ministeriums, Richard Boucher. Dem Sender, der sich im Besitz eines Schwiegersohnes des saudiarabischen Königs Fahd befindet und seine Zentrale in Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten hat, wurde untersagt, aus dem Irak zu berichten. Begründet wurde die Maßnahme mit der Ausstrahlung eines Tonbands vor einer Woche, auf dem eine Saddam Hussein zugeschriebene Stimme zum Widerstand gegen die Besatzungstruppen aufruft. (APA/AP/Reuters)