Moskau - In Russland hat sich die Zahl der HIV-Infizierten einem Fachmann zufolge in den vergangenen drei Jahren fast verzehnfacht. Während Anfang 2000 etwa einer von 5.000 Russen den Aids-Virus in sich getragen habe, sei nun bereits etwa einer von 550 mit dem Virus infiziert, meldete die russische Nachrichtenagentur Interfax am Montag unter Berufung auf den Leiter des russischen Zentrums für Aidsbekämpfung, Wadim Pokrowski.

Am meisten hätten sich Männer im Alter von 15 bis 30 Jahren mit dem Virus angesteckt. Verschiedene Fachleute in der Behörde gingen davon aus, dass in Russland schon in ein paar Jahren so viele Menschen an der Immunschwächekrankheit sterben könnten wie bei Autounfällen, wurde Pokrowski zitiert.

Im Mai hatte der Behördenleiter gesagt, möglicherweise seien bis zu 1,5 Millionen Russen mit HIV infiziert - amtlichen Angaben zufolge sind es nur 238.000. Fachleuten zufolge sind neun von zehn Neuinfektionen in Russland darauf zurückzuführen, dass Drogensüchtige benutzte Spritzen verwenden. Experten warnen seit längerem davor, dass sich Aids weltweit kaum irgendwo schneller ausbreitet als in Russland, China und Indien. (APA/AFP)