Vor der möglichen Zulassung des Genmais Bt11 im Dezember durch die EU-Kommission warnte Global 2000 heute, Dienstag, bei einer Pressekonferenz. "Mit der derzeit durchgeführten Risikobewertung würde sogar das katastrophale Gift DDT wieder zugelassen werden", sagte Werner Müller, Experte der Umweltschutzorganisation. Die derzeitigen Untersuchungsmethoden würden ausschließlich akute Gesundheitswirkungen berücksichtigen.

Keine klinischen Studien veröffentlicht

"Es wurden bisher keine klinischen Studien zur Risikoabschätzung von Genfood veröffentlicht", kritisierte der international bekannte Gentechnikexperte Arpad Pusztai, der auf Einladung von Global 2000 nach Österreich gekommen war. Mangelhafte Untersuchungen und fehlende Ergebnisse über die Schädlichkeit von Genfood seien aber kein Beleg für deren Unbedenklichkeit. "Es ist Essen, und daher müssen alle Untersuchungen sicher sein."

Gefahr von Allergien

Laut aktuelle Studien könne der Gentech-Mais Bt11 Allergien hervorrufen, sagte Müller. Er warnte davor, dass mögliche Gefahren nicht ernst genommen würden und verwies auf die Langzeitfolgen bei Pestiziden wie DDT. Erst Jahrzehnte nach der Zulassung habe man die folgenschweren Nebenwirkungen erkannt. Diese "alten Fehler" dürften nicht wieder gemacht werden, "ohne reale Testverfahren sind wir am Stand von 1930", sagte Müller.

"Unfreiwillige Versuchskaninchen"

Pusztai warnte davor, dass die Konsumenten ohne ausreichende Tests zu "unfreiwilligen Versuchskaninchen" würden. Er verwies auf die neuesten Erkenntnisse aus Argentinien, wo genverändertes Soja in großen Mengen angebaut wurde. Das entsprechende Gen sei mittlerweile im Blut von rund 26 Prozent der Bevölkerung gefunden worden.

Vor der Zulassung von genveränderten Nahrungsmitteln sollte daher erst eine gründliche Untersuchung der toxischen Wirkung durchgeführt werden, forderte Global 2000. Dabei sei es wichtig, die Wechselwirkungen mehrerer manipulierter Nahrungsmittel zu kontrollieren. Auch Stoffe wie Bt11, für die es bereits eine Risikobewertung gibt, sollten nochmals genau gecheckt werden, bevor ihre Freisetzung erlaubt wird. (APA)