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Die Honigart Propolis benutzen die Tiere auf Grund seiner harzigen Konsistenz zum Flicken von Löchern und Spalten im Bienenstock. Propolis soll besonders gut wirken.

Foto: apa/dpa/lander
Wien - Seit Jahrtausenden wird der Honig bei Krankheiten eingesetzt. Heute wissen zwar viele, dass das süße Lebensmittel in einem Glas warmer Milch gut gegen Halsschmerzen wirkt - aber mehr meistens nicht. Die Bienenprodukte - vom Honig bis zu den Blütenpollen, Propolis und Gelee Royale - haben jedoch Einfluss auf das Immunsystem, verbessern das Blutbild, helfen bei Wechselbeschwerden oder gegen Stress.

Am Dienstag machten sich Experten bei einer Pressekonferenz in Wien für das vergessene Arzneimittel und die damit verbundene Apitherapie stark.

180 Wirkstoffe

"Der Honig enthält an die 180 Wirkstoffe", sagte der Bienenexperte und Ehrenpräsident des Kneippbundes, Robert Gieler. "Honig ist daher nicht nur Lebensmittel, sondern auch Naturarzneimittel ersten Ranges."

Die Wirkung der Bienenprodukte seien zwar länger bekannt, doch wissenschaftlich erforscht wurden sie erst in den vergangenen 15 Jahren, erklärte der Gerichtsmediziner und passionierte Hobby-Imker Univ. Prof. Dr. Christian Reiter.

Vorbeugung mit Honig

Der Honig könne Krankheiten nicht nur behandeln, sondern diese auch vorbeugen, meinte der Arzt. Die positiven Eigenschaften der Bienenprodukte machte sich die heimische Imkerei IBZ Bienenhof und die Firma "Peters Bestes" zu Gute und hat diese nach jahrzehntelanger Entwicklungszeit in eine Kapsel gesteckt.

Besondere Wirkung habe Propolis, das von den emsigen Tieren auf Grund seiner harzigen Konsistenz zum Flicken von Löchern und Spalten im Bienenstock verwendet wird, erklärte Reiter. Das Kittharz wirke wie eine Desinfektionsschleuse. "Wenn zum Beispiel ein unerwünschter Eindringling wie eine Maus oder eine Ringelnatter in den Bienenstock kommt, wird er, nachdem er totgestochen ist, mit einer Schicht Propolis als Schutz vor Keimen, Mikroben, Bakterien und Pilzen überzogen. Raustragen können die Bienen den Störenfried ja nicht."

Krebsbehandlung

Das Harz werde in apitherapeutischen Kliniken vor allem gegen Viren, Strahlenkrankheit und selbst bei der Behandlung von Krebs erfolgreich eingesetzt. "Das Zusammenwirken der in Bienenprodukten enthaltenen natürlichen Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe ergibt eine antibiotische und leistungssteigernde Wirkung in jedem Alter. Die Abwehrkräfte werden aktiviert, besonders in Grippezeiten, bei Wechselbeschwerden und bei extremen Belastungen", sagte Reiter.

Blütenpollen

Ein weiteres Bienenprodukt, die Blütenpollen, besteht aus einem Wirkstoff-Komplex aus über 100 bekannten und zum Teil noch unbekannten Bestandteilen. Besonders Frauen vor und in den Wechseljahren profitieren von den Pollen, da sie Hormone vortäuschen, erklärte der Mediziner. Gelee Royale, das als Nahrung für die die Bienenkönigin dient, fördert wiederum die Konzentration, stärkt die Abwehrkräfte und verbessert das Aussehen. (APA)