Belfast - Bei der Wahl am Mittwoch zum nordirischen Regionalparlament hängt vieles davon ab, welches Lager bei den Katholiken und Protestanten die Oberhand gewinnt - nicht zuletzt die Zukunft des seit mehr als einem Jahr suspendierten und schließlich aufgelösten Parlaments selbst. Um die 108 Sitze bewerben sich insgesamt 256 Kandidaten aus 20 Parteien.
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Ulster Unionist Party (UUP):

Bei der Wahl 1998 wurden die moderaten Protestanten von David Trimble mit 28 Sitzen im Parlament zur größten politischen Kraft. Die Partei war neben der SDLP führend beim Zustandekommen des Karfreitagsabkommens von 1998. Ende 1999 wurde Trimble Chef der seit mehr als einem Jahr suspendierten, ersten überkonfessionellen Allparteienregierung Nordirlands. Seitdem steht die UUP unter wachsendem Druck radikaler protestantischer Bewegungen, die das Abkommen am liebsten einstampfen würden. Sowohl London wie auch Dublin hoffen dennoch auf eine Neuauflage des UUP-Erfolgs.

Democratic Unionist Party (DUP):

Zu Trimbles schärfsten Gegnern im eigenen pro-britischen Lager gehört die DUP unter ihrem Hardliner Ian Paisley. 1998 wurde die DUP mit 20 Mandaten zur drittstärksten Kraft. Obwohl selbst an der Allparteienregierung beteiligt, sperrt sie sich gegen alle Versuche, die Kontrolle Londons über die Provinz zu beschneiden. Mit einer Wahlkampfstrategie, die ganz auf die Enttäuschung der protestantischen Wähler mit dem bisherigen Prozess abzielt, hofft sie nun, der UUP einige Sitze abjagen zu können.

Social Democratic and Labour Party (SDLP):

Die moderate Partei war mit 24 Sitzen bisher die führende politische Kraft im katholisch-nationalistischen Lager und gemeinsam mit der UUP treibende Kraft im Friedensprozess. In jüngster Zeit hat sich jedoch ebenfalls mit der wachsenden Enttäuschung ihrer Anhänger zu kämpfen.

Sinn Fein:

Der politische Arm der paramilitärischen Irisch-Republikanischen Armee (IRA) befindet sich seit einiger Zeit im Aufwind. Hatte die Partei 1998 noch 18 und damit sechs Sitze weniger als die moderate SDLP gewonnen, kann sie nun darauf hoffen, diese zu überholen. In der alten Allparteienregierung hatte die Sinn Fein von Gerry Adams zwei Ministerposten inne. Wie die SDLP unterstützt Sinn Fein eine Angliederung der Provinz an Irland.

Alliance Party: Mit ihrem Programm zur Verständigung von Protestanten und Katholiken und ihren sechs Abgeordneten spielte die kleine Partei von David Ford bisher kaum eine Rolle. (APA/AFP)