Wien - Die Bundesländer drohen angesichts der drohenden Transit-Niederlage Österreichs heute Nacht in Brüssel mit regionalen Gegenmaßnahmen bereits ab dem kommenden Monat. Nachdem Tirol für kommendes Jahr neue Fahrverbote angekündigt hat, will Salzburg schon ab Mitte Dezember die Überprüfungen an der Kontrollstelle Hoher Göll an der Tauernautobahn bei Kuchl verdoppeln, kündigte Friedrich Michael Steger vom Büro des für Verkehr zuständigen Landesrates Walter Blachfellner (SPÖ) am Mittwoch in der "Presse" an. Man habe mit der Gendarmerie vereinbart, dass es vorerst pro Woche statt 20 künftig 40 Kontrollstunden geben wird.

Kämpferisch gibt man sich in Kärnten. Kärntens Verkehrslandesrat Gerhard Dörfler (FP) hat in der "Presse" den "Transitkrieg" ausgerufen, der an mehreren Fronten "tobt". Im Land selbst sollen, wie im Rest Österreichs, ebenfalls die Kontrollen verschärft werden, was die Einhaltung der gesetzlich vorgeschriebenen Fahrzeiten, den technischen Zustand der Fahrzeuge und den sozialen Status der Fahrer betrifft.

Blockaden

Zu den Protestmaßnahmen könnten laut Landesrat aber durchaus auch Autobahnblockaden zählen, kündigt Dörfler an. Solche seien jedoch nur dann sinnvoll, wenn sie in Abstimmung mit den anderen Bundesländern durchgeführt werden. Dörfler: "Es hat keinen Sinn, wenn einmal in Tirol, einmal in Salzburg und einmal in Kärnten gegen den Transit demonstriert wird."

Auch in Oberösterreich sind stärkere Kontrollen geplant und neue Fahrverbote angedacht. Landeshauptmann Josef Pühringer (V) kündigte in der "Presse" nicht nur mehr Check-Points, sondern auch deren bessere Ausstattung an. Derzeit gibt es im Land ob der Enns überhaupt nur in Kematen an der Innkreisautobahn (A 8) eine entsprechende Kontrollstelle. Außerdem müsse man künftig "in Abstimmung mit der Wirtschaft", wie der oberösterreichische Landeschef betont, zusätzliche Maßnahmen "überlegen". Beispiele dafür seien Beschränkungen, etwa sektorale Fahrverbote, wobei aber die oberösterreichische Wirtschaft nicht geschädigt werden dürfe, so Pühringer.

Vizekanzler Hubert Gorbach (F) hatte, wie berichtet, bereits am Dienstagvormittag innerstaatliche Maßnahmen angekündigt. Alle Vorbereitungen zur Errichtung einer Bundesländer übergreifenden Lkw-Kontrollplattform sind laut Gorbach bereits im Gange. Ein entsprechender Masterplan für das erste Quartal 2004 ist noch am Dienstag Nachmittag beschlossen worden. (APA)