Berlin - EU-Erweiterungskommissar Günther Verheugen hat der Türkei nach den Terroranschlägen der letzten Tage die Solidarität der Europäischen Union (EU) zugesichert, zugleich aber verstärkte Reformanstrengungen angemahnt.

"Die Türkei kann und wird wegen der jetzigen Bedrohung keinen politischen Rabatt von der EU erwarten", sagte Verheugen der "Berliner Zeitung" (Mittwochausgabe). "Sie darf aber andererseits erwarten, dass ihr das nicht zum Nachteil gereicht", fügte er hinzu.

Verheugen sagte dem Vorabbericht zufolge, er hoffe, das die Anschläge keinen Einfluss auf den von der Türkei angestrebten EU-Beitritt haben werden. "Das wäre der Fall, wenn es den Terroristen gelingen würde, die Türkei aufzuhalten auf dem Weg der Modernisierung, Demokratisierung und Liberalisierung".

Er würde die Türkei schon als demokratisches Land charakterisieren. Es gebe aber noch Mängel in der Verwirklichung der Grundrechte, der Minderheitsrechte und der Ausdehnung der demokratischen Kontrollen über den gesamten Staatsapparat.

Bei den Anschlägen auf jüdische und britische Einrichtungen in Istanbul waren vor kurzem innerhalb einer Woche mehr als 50 Menschen getötet worden. (APA/Reuters)