Salzburg - Durch Hexenzauber wollte eine 62-jährige Kartenlegerin in Salzburg eine Hilfe suchende Frau offenbar von schwarzer Magie und einem späteren Magenkrebs befreien. "Sie nahm das Opfer wie eine Weihnachtsgans aus und lockte ihr insgesamt 436.000 Euro heraus", warf ihr der Staatsanwalt bei einem Prozess am Salzburger Landesgericht vor. Die Pensionistin, die wegen gewerbsmäßigen schweren Betruges und zweier Diebstähle angeklagt ist, bekannte sich nicht schuldig. "Ja, ich habe die Frau 1999 am Ruperti-Kirtag kennen gelernt", gab die Angeklagte zu. Die Vorwürfe des Staatsanwaltes, sie habe von ihrem Opfer ein Auto weit unter dessen Wert abgekauft sowie die Frau durch Dutzende Kontoabhebungen und einem Wohnungskauf um insgesamt 436.00 Euro geschädigt, wies sie entschieden zurück. Dämonen

Mit der Behauptung, der Wagen ihrer Kundin sei von Dämonen besetzt und es bestehe die Gefahr, dass sie damit bald einen Unfall erleiden werde, soll die bisher unbescholtene Angeklagte das Auto im Wert von 8.575 Euro um nur 5.087 Euro erstanden haben. "Sie brauchte Geld, weil sie einen Mann hatte, der sie töten wollte", rechtfertigte sich die Kartenlegerin. "Ich glaube nicht an Dämonen und kann sie deshalb auch gar nicht austreiben." Außerdem sei sie keine Hellseherin, sie sei ja nicht Gott. Das Kartenlegen mache sie nur zum Spaß.

Auf das Entschiedenste wehrte sie sich auch gegen die Anschuldigung, sie schulde der Frau eine Anzahlung in der Höhe von 10.392 Euro für einen Wohnungskauf. Vielmehr schulde das angebliche Opfer ihr noch Geld, so die Angeklagte. Wie sie sich überhaupt zwei Eigentumswohnungen in Salzburg leisten könne, wollte der Richter wissen, wenn sie doch nur eine Pension von rund 700 Euro im Monat erhalte. Das Geld stamme teilweise aus einer Erbschaft, außerdem habe sie eine Wohnung vermietet und müsse selbst noch 36.000 Euro Schulden abzahlen. (APA/red)