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"Engerl" Pinochet

Reuters/Str

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"Von Pinochet getötet" - Mutter mit Bild ihres "verschwundenen" Sohnes

APA/Matias Recart
Santiago - Der frühere chilenische Diktator Augusto Pinochet ist nach provokanten Äußerungen in einem Fernsehinterview auf heftige Kritik in seiner Heimat gestoßen. Pinochet sei so "unmenschlich" wie eh und je, sagte der chilenische Innenminister Jose Miguel Insulza am Dienstag. Den seltenen Auftritt des Ex-Diktators in dem in Miami ansässigen spanischsprachigen Sender WDLP-22 nannte Insulza "pathetisch".

Pinochet hatte in dem Interview jede Verantwortung für die mehr als 3000 Menschen, die unter seiner Gewaltherrschaft von 1973-1990 verschleppt oder ermordet wurden, rundweg abgelehnt. "Ich bitte niemanden um Vergebung. Im Gegenteil, die anderen müssen mich um Verzeihung bitten, die Marxisten und Kommunisten", sagte Pinochet. "Ich fühle mich wie ein Engel."

Pinochet wurde wegen Mordes und Entführungen angeklagt, doch der Oberste Gerichtshof des Landes erklärte ihn im Juli 2002 für prozessunfähig. Der Ex-Diktator feierte am Dienstag seinen 88. Geburtstag im Kreis seiner Familie, mit Anhängern und früheren Mitarbeitern in seinem Anwesen Los Boldos nahe Bucalemu rund 120 Kilometer westlich von Santiago. (APA)