Bild nicht mehr verfügbar.

Hubert Gorbach (links) und Jean-Pol Poncelet

Foto: APA/Gindl
Wien - Mit der Unterzeichnung eines Vertrags zwischen Österreich und der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) wurde in Wien das Europäische Institut für Weltraumpolitik (European Space Policy Institute, ESPI) gegründet. Die ESA hatte Ende vergangenen Jahres entschieden, dieses neue Institut in Wien anzusiedeln. Der Gründungsvertrag wurde von Infrastrukturminister Hubert Gorbach (F) und Jean-Pol Poncelet, ESA-Direktor für Strategie, unterzeichnet. Für Gorbach wird Wien mit dem ESPI und dem bereits seit Jahren in der Bundeshauptstadt angesiedelten UN-Büro für Weltraumfragen zu einem "globalen Zentrum für Weltraumpolitik".

Ausschreibung

Die Stelle des Generalsekretärs des ESPI ist derzeit international ausgeschrieben, die Bewerbungsfrist endet Ende November. Das Auswahlkomitee leitet der Aufsichtsratsvorsitzende der Österreichischen Weltraumagentur ASA, Ex-Außenminister Peter Jankowitsch. Die Entscheidung soll nach Angaben des ASA-Mitarbeiters Michel Jakob bis Jänner fallen. Die Arbeit am Institut, wo acht bis zwölf Mitarbeiter tätig sein werden, werde noch im ersten Quartal 2004 aufgenommen. Das ESPI wird über ein Budget von 1,5 Mio. Euro verfügen, die sich die ESA und Österreich teilen. Über eine Beteiligung der EU wird derzeit noch verhandelt.

ASA-Chef Klaus Pseiner bezeichnete das ESPI als "Think Tank" für Europa und erwartet sich dadurch "eine Belebung und einen Aufschwung der Weltraumagenden in Europa." Das Institut sei eingebettet in die gesamte europäische Entwicklung im Bereich Raumfahrt, etwa in Zusammenhang mit dem jüngst verabschiedeten Weißbuch der EU-Kommission, in dem verstärkte Investitionen in die europäische Raumfahrt gefordert werden. Die USA, welche die Aktivitäten der Europäer auf diesem Gebiet sehr genau beobachten würden, hätten schon lange ein ähnliches Institut für Weltraumpolitik an der George Washington-Universität. Ziel der Aktivitäten des ESPI sei es auch, dass Europa in diesem Bereich als eigenständig erkannt werde.

Laut Jakob wird das ESPI auch unabhängige Expertisen für Wirtschaft und Politik ausarbeiten. So können etwa Unternehmen, Institutionen oder Regierungsstellen Studien zu bestimmten Themen in Auftrag geben. (APA)