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Cedomir Jovanovic, der einstige Belgrader Studentenführer und DS-Spitzenpolitiker wird mit der sogenannten "Lobby der Neureichen" in Verbindung gebracht, die in der Öffentlichkeit einen äußerst schlechten Ruf genießt.

Foto: APA/EPA/Sasa Stankovic
Belgrad - Die Demokratische Partei (DS) in Serbien hat beschlossen, sich bei der bevorstehenden Parlamentswahl am 28. Dezember von den einst engsten Mitarbeitern des ermordeten Parteichefs und Premiers Zoran Djindjic zu distanzieren. Der serbisch-montenegrinische Verteidigungsminister Boris Tadic, der die Wahlliste anführen wird, bestätigte gegenüber Belgrader Medien, dass er sich gegen die Aufnahme des bisherigen Vizepremiers Cedomir Jovanovic auf die Wahlliste ausgesprochen habe. Er habe darauf beharrt, dass sich unter den Abgeordnetenkandidaten nur Personen befinden, gegen deren Arbeit seitens der Partei bisher keine Einwände erhoben wurden, präzisierte Tadic.

Jovanovic hatte im vergangenen Sommer Gerüchte, wonach er Kontakte zur Mafia-Gruppe unterhalte, die den Mordangriff auf Djindjic mit größter Wahrscheinlichkeit vorbereitete und durchgeführte, vor dem Parlament bestritten. Auch ansonsten wird der einstige Belgrader Studentenführer und DS-Spitzenpolitiker mit der sogenannten "Lobby der Neureichen" in Verbindung gebracht, die in der Öffentlichkeit einen äußerst schlechten Ruf genießt.

Auch Vesic unter dem Verdacht Kontakte zu Djindjic-Mördern gehabt zu haben

Auch Goran Vesic, Ex-Berater des Verteidigungsministers, wird sich nicht auf der Kandidatenliste befinden. Er wird ebenso verdächtigt, enge Kontakte zu den mutmaßlichen Mördern von Djindjic gepflegt zu haben.

Spekulationen, dass die DS nach der Trennung von "neureichen Geschäftsleuten", zu denen engste Freunde des ermordeten Regierungschefs gehört haben sollen, in eine schwere finanzielle Krise gerät, wurden von DS-Spitzenpolitikern als unbegründet zurückgewiesen. Premier und Djindjic-Nachfolger Zoran Zivkovic hatte vergangenes Wochenende erklärt, dass die bevorstehende Parlamentswahl auch eine "Gelegenheit für die Katharsis in den eigenen Parteireihen" bieten würde. (APA)