Wien - Weil die Rohstoffpreise in Zukunft weiter ansteigen werden, nimmt die Erste Bank die Gewinnschätzung für das laufende Jahr des heimischen Stahlkochers Voestalpine von 3,46 auf 3,17 Euro je Aktie zurück. Und das trotz besser als erwartet ausgefallener Halbjahreszahlen, wie Erste-Analystin Brigitte Kellerer-Wendelin in einer am Mittwoch vorgelegten Studie schreibt. Nach der Privatisierung sei ein Bewertungsabschlag zur Konkurrenz aber nicht gerechtfertigt, rechtfertigt sie ihre Kaufempfehlung mit einem 6-Monats-Kursziel von 38 Euro.

Im Geschäftsjahr 2004/05 werde das Ergebnis zudem vom Investitionsprogramm "Linz 2010" belastet, folglich wurde für das kommende Jahr die Gewinnschätzung auf 2,29 (bisher: 2,31) Euro je Aktie revidiert. Danach werde die Stahldivision aber ihre "normale" Rentabilität wiedergewinnen. Für 2005/06 wurden die Erwartungen daher unverändert bei 3,25 Euro je Anteilsschein belassen.

Im ersten Halbjahr seien die Preissteigerungen bei Rohstoffen noch durch höhere Stahlpreise ausgeglichen worden, die zweiten sechs Monate seien aber die traditionell schwierigeren, so Kellerer-Wendelin weiter. In der Produktion von Eisenbahnschienen und -weichen habe voestalpine den ersten Schritt in den Asienmarkt geschafft, heißt es. Vielversprechende Zukunftsmärkte sind laut Erste Bank auch die osteuropäischen EU-Beitrittsländer, wo großer Nachholbedarf in der Infrastruktur geortet wird. (APA)