Bozen - Im Frauenstreit innerhalb der Südtiroler Volkspartei ist es am Mittwochabend zu einem Kompromiss gekommen. Frauenchefin LAbg. Martha Stocker (SVP) soll Vizepräsidentin der Regionen bzw. Regionalassessorin werden. Das Angebot des Regionalratsassessorates sei wegen der "starken gesellschaftlichen Relevanz und der Bedeutung durch die Kompetenzen im Bereich Familienpaket, Ergänzungsvorsorge und Zusatzrentenfonds" angenommen worden, hieß es in einer Aussendung der Landesfrauenleitung. Dies sei eine "Minimallösung" und entspreche nicht der Forderung der Frauen. Man sei sich aber der Verantwortung bewusst und fühle sich der Gesellschaft und den Wählern verpflichtet.

Umstrittener Stellenplan

Die SVP-Frauen forderten auch, dass im Vorfeld geklärt werde, wie die Vorgehensweise im Parteiausschuss sei. Das betreffe insbesondere den umstrittenen Stellenplan, das so genannte Organigramm. Dieses sei für die SVP-Frauen "demokratiepolitisch bedenklich".

Vorgeschichte

Zu den Streitigkeiten war es gekommen, da Stocker nach dem Halten der 23 Mandate bei der Landtagswahl keine Zusicherung für einen Posten in der Landesregierung erhalten hatte. Bei der Wahl des provisorischen Landtagspräsidenten Richard Theiner waren drei Anläufe und ein Stechen zwischen Theiner und Stocker im dritten Wahlgang notwendig. Die Frauen forderten, dass der Wählerwille respektiert werde. Der SVP-Parteiausschuss will am 1. Dezember über die Zusammensetzung der Landesregierung entscheiden. (APA)