Mit einem Bleikristallaschenbecher schlug Ivanka O. auf ihren Ex-Mann Djuro (52) ein, als dieser in der Nacht zum 10. Mai 2003 in seiner Wohnung in Wien-Simmering Sex von ihr wollte. Dann warf die 40-jährige Fleischhauerin den Mann zu Boden, trat auf ihn ein und würgte ihn, bis er tot war. Am Donnerstag wurde sie wegen Mordes im Wiener Landesgericht zu 13 Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Das Urteil des Schwurgerichts (Vorsitz: Gerhard Szaal) ist nicht rechtskräftig.

Gleich vier Justizwachebeamte eskortierten die Frau in den Verhandlungssaal - offensichtlich befürchtete man, die resolute Angeklagte könnte bei der Urteilsverkündung einen so genannten Wirbel entfachen. Ivanka O. blieb jedoch völlig ruhig. Bei der Strafmessung wurde ihre bisherige Unbescholtenheit und das Tatsachengeständnis als mildernd angerechnet. Erschwerend war demgegenüber die "besondere Brutalität bei der Tatausführung".

Der Verteidiger bat um Bedenkzeit, worauf sich Staatsanwältin Eva-Christine Schmid eine Erklärung vorbehielt. Für Kopfschütteln sorgten Zuhörer, die dem Umfeld der Angeklagten zuzurechnen waren. Eine ebenfalls anwesende Schulklasse nahm Nase rümpfend Geruch nach Schnaps und Bier wahr, als die Männer den Saal betraten. Nach Schluss der Verhandlung zückte einer ein Handy und wollte damit partout Ivanka O. fotografieren. "Als Andenken", wie er in Richtung seiner Kollegen lallte. (APA)