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Buchkogel

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Loretto

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Die im Jahre 1890 erschienenen "Meyers Reisebücher" empfahlen für eine Wanderung durch das Leithagebirge einen ortskundigen Führer, weil man sich in dem ausgedehnten Waldgebiet mit manchmal sehr dichtem Unterholz leicht verirren könne. Dem im Jahre 1925 herausgebrachten "Führer durch die Umgebung Wiens" entnimmt man, dass der Höhenzug erst durch die Eröffnung der Aussichtswarte auf der Kaisereiche stärker von Ausflüglern frequentiert wird. Überlaufen ist das Leithagebirge immer noch nicht, obgleich es viele anregende und interessante Routen aufweist.

Nahezu alle Autoren stimmen in der Ansicht überein, die Aussicht von der Warte auf dem Buchkogel lohne die – nicht sehr großen – Mühen einer Tour über den Höhenzug. Der 1993 wiedererrichtete Turm bietet einen herrlichen Rundblick von der slowakischen Hauptstadt Bratislava bis in die Ungarische Tiefebene, vom Neusiedler See bis zum Schneeberg, zum Hochwechsel, ins Semmering-Gebiet und über das Wiener Becken zu den Erhebungen des südlichen Wienerwaldes und zu den Voralpen.

Der aus durchlässigem Kalk bestehende Boden trocknet nach Regenfällen oder bei der Schneeschmelze sehr rasch, was gut begehbare Routen beschert, wenn man im Wienerwald noch im Morast versinkt. Orientierungsprobleme gibt es längst nicht mehr, die Wege hat man tadellos markiert und beschildert. Die Kürschnergrube entpuppt sich als alter, aufgelassener Steinbruch mit einer interessanten, ja fast romantischen Halbhöhle. Die desolate Dreifaltigkeitskapelle neben einer devastierten Quelle ist eine Schande für den berühmten Wallfahrtsort Loretto.

Die Route

Vom Anger vor der Wallfahrtskirche in Loretto wandert man auf der Straße bis unmittelbar vor die Waldsiedlung und hält sich dann rechts an die rote Markierung, die in ein Tal und im Gegenanstieg zum Krispin-Marterl führt. Dort wählt man den rechten Ast der Weggabel und steigt zum Schönen Jäger, wo einst ein Gasthaus stand, auf dem Rücken des Höhenzugs an. Gehzeit zwei Stunden. Man hält sich links, folgt kurz der roten Markierung und wählt dann die blaue Markierung (Wegweiser Kürschnergrube, Gschneidtkreuz). Rechts (östlich) vom Steinbruch gelangt man wieder zur roten Weitwandermarkierung, auf der man bis zur Buchkogelwarte bleibt. Gehzeit ab Schöner Jäger 1¼ Stunden. Dann kehrt man in den Sattel zurück, von dort führt eine rote Markierung im sanften Gefälle zur Dreifaltigkeitskapelle und zur Anstiegsroute, auf der es zurück nach Loretto geht. Gehzeit ab Buchkogel 1½ Stunden. (DER STANDARD, Printausgabe vom 22./23.11.2003)