Beim Dow Jones hat zuletzt eine Seitwärtsbewegung den steilen Höhenflug abgelöst. Es erscheint fraglich, ob Santa Claus noch rechtzeitig mit dem Geschenk von 10000 Punkten aufwarten kann.

Der Dow Jones befindet sich in einer charttechnisch schwierigen Lage. Der Index bewegt sich zwar noch in einem flachen, mittelfristigen Aufwärtstrendkanal, der steile Aufwärtstrend, der das Geschehen seit März bestimmt hatte, ist jedoch bereits angeknackst.

Ein weiteres Zeichen der aktuellen Schwäche ist, dass der Index mehrmals am Widerstand bei 9900 Punkten abgeprallt ist. Sollte er nochmals an dieser Hürde scheitern, könnte sich dadurch sogar eine Triple-Top-Formation ausbilden. Dies würde bedeuten, dass ab 9500, wo zusätzlich auch eine Unterstützung liegt, mit einem Rückfall in Richtung 9200 Punkte zu rechnen ist. Das Niveau von 9200 Punkten wäre auch das Kursziel im Fall eines Ausbruchs aus dem Trendkanal nach unten. Im Bereich von 9200 bis 9300 bzw. 9000 Punkten ist der Index auf jeden Fall gut unterstützt. Überwindet der Index hingegen den Widerstand bei 9900, wäre zunächst ein Aufwärtspotenzial bis zur psychologisch wichtigen Marke von 10000 Punkten gegeben.

Die Markttechnik lässt zwar kurzfristig Raum für steigende Kurse, längerfristig betrachtet ziehen allerdings erste Gewitterwolken auf. Ein positives Zeichen ist etwa, dass das Directional Movement System seit kurzem wieder long ist. Der RSI und die Stochastik sind ausserdem noch recht weit vom überkauften Bereich entfernt. Der MACD hingegen hat vor einiger Zeit ein Verkaufssignal generiert. Eine Reihe von Indikatoren weist ausserdem Divergenzen zum Kursverlauf auf, was als Vorbote einer Trendwende gesehen werden kann. Das Momentum jedenfalls lässt zur Zeit eher gleichbleibende Kurse erwarten.

Prallt der Index erneut am Widerstand bei 9900 Punkten ab, sollte man sich vom Dow Jones vorläufig besser trennen. Ansonsten kann man weiterhin investiert bleiben. Bestehende Engagements sollten durch ein Stop-Loss bei 9500 Punkten abgesichert werden. Von 9900 bzw. von 9500 Punkten abwärts bietet sich eine kurzfristige Short-Spekulation an. (Wolfgang Weinmann)