Paris - Natürliche "Killerzellen" können einer neuen Studie zufolge vor der Ansteckung mit Aids schützen. In der jüngsten Ausgabe der US-Fachzeitschrift "Journal of Immunology" wiesen Forscher des Pariser Institut Pasteur in Zusammenarbeit mit vietnamesischen Kollegen erstmals einen Zusammenhang zwischen der erhöhten Tätigkeit dieser "natural killers" (NK) genannten Zellen und der Tatsache nach, dass manche Angehörigen von Risikogruppen trotz mehrfachen Kontakts mit dem tödlichen HI-Virus nicht angesteckt werden.

Vor knapp zwei Jahrzehnten war erstmals aus Nairobi über Prostituierte berichtet worden, die sich trotz teils täglich dutzendfachem ungeschütztem Geschlechtsverkehr nicht mit Aids infizierten. Zwischen fünf und 15 Prozent der so genannten Risikogruppen - regelmäßige Partner von Aids-Infizierten, Prostituierte oder Drogenabhängige, die sich Suchtgift mit Nadeln spritzen - stecken sich nicht mit dem Virus an, obwohl sie ihm jahrelang ausgesetzt waren.

Nach Jahrzehnten weiter negativ

Für die Studie untersucht wurden nun 37 langjährige Suchtgiftabhängige in Vietnam, die seit mehr als zehn Jahren dem Virus ausgesetzt waren und weiter HIV-negativ sind. In dieser Gruppe stellten die Forscher eine erhöhte Aktivität der NK-Zellen fest, die durch den Ausstoß von Molekülen Infektionen sofort stoppen können und selbst bereits befallene Zellen zerstören können.

Nach Ansicht der Experten ist die Tätigkeit der Killerzellen möglicherweise nach Land und Bevölkerungsgruppe unterschiedlich. Allgemeine Schlüsse könnten aus der Studie zwar noch nicht gezogen werden. Jeder Fortschritt beim Verständnis von Widerstandsfähigkeit oder Schutz gegen Aids könne aber einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung von Impfstoffen oder Therapieformen darstellen, betonten die Forscher. (APA/AFP)