Bild nicht mehr verfügbar.

Steinadler, hier beim Kaninchenfang.

Foto: reuters/garanich

Paris – Auf den Kanalinseln vor der kalifornischen Küste spielt sich derzeit ein wahres Öko-Drama ab – und die Artenschützer sind ratlos: Um den äußerst seltenen und nur dort beheimateten Inselfuchs vor dem Aussterben zu retten, müssen die Nationalparkbehörden den ebenfalls geschützten Steinadler vertreiben.

Schuld ist der Mensch

Auslöser des Problems sind die Menschen, denn die haben wilde Schweine eingeschleppt und damit das empfindliche ökologische Gleichgewicht auf den jahrhundertelang unberührten kalifornischen Kanalinseln ins Wanken gebracht, wie eine Gruppe amerikanischer und französischer Forscher jetzt im Wissenschaftsmagazin "Science" darlegt.

Fuchsbestände gehen dramatisch zurück

Die Bestände der kalifornischen Inselfüchse gehen seit gut einem Jahrzehnt dramatisch zurück. Auf drei der sechs zum Nationalpark zählenden Kanalinseln lebt inzwischen nur noch je eine Handvoll der kleinen Fleisch- und Pflanzenfresser; die meisten von ihnen wurden zur Nachzucht gefangen.

Auf jeder der seit mehreren tausend Jahren getrennten Pazifik-Inseln von Santa Cruz bis San Clemente ist dabei eine eigene Unterart des Inselsfuches heimisch, der mit wissenschaftlichem Namen Urocyon littoralis heißt.

Schweine werden ausgerottet

Als wichtigsten Gegner des kalifornischen Inselfuchses machten die Forscher Steinadler aus, die nach den katzengroßen Tieren jagen. Angelockt wurden die Adler indes von verwilderten Schweinen, die sich auf der Insel niedergelassen haben und vermehren und eine schmackhafte Beute für die Greifvögel abgeben.

Durch ein bald anlaufendes Programm zur Rettung der Artenvielfalt sollen die Schweine ohnehin auf den Kanalinseln ausgerottet werden. Wenn aber nicht gleichzeitig auch die in den USA geschützten Steinadler vertrieben werden, droht den Inselfüchsen weiterhin das Aussterben, warnen die Forscher um den Pariser Experten Franck Courchamp.

Die abgeschiedenen Kanalinseln vor der kalifornischen Küste gelten als weit gehend unberührtes Naturparadies. Wie die unweit der Nordspitze Südamerikas liegenden Galapagos-Inseln messen Artenforscher ihnen große Bedeutung für die Erforschung der Evolution bei. (APA/AFP)