Heidelberg - Mit Hilfe der Magnetresonanztomographie kann schon in einem frühesten Stadium eine beginnende Alzheimer-Erkrankung nachgewiesen werden. Dieses Verfahren macht spezifische Veränderungen im Schläfenlappen des Großhirns sichtbar, noch bevor schwere Leistungseinbußen auftreten, wie Wissenschafter der Universitätsklinik Heidelberg jetzt erstmals zeigen konnten.

Auch wenn Alzheimer nach wie vor unheilbar sei, sei eine derart frühzeitige Diagnose ausgesprochen wichtig. Denn mit einer medikamentösen Behandlung könnten schwere Symptome hinausgezögert werden.

Beeinträchtigt sind Gedächtnis, Sprache und Orientierungssinn

Betroffen sind von dem Leiden nur bestimmte Bereiche des Gehirns. Während die Fähigkeiten für Bewegungen und Sehen verschont bleiben, sind Gedächtnis, Sprache und Orientierung oft beeinträchtigt, wie Johannes Schröder von der Psychiatrischen Klinik der Universität Heidelberg erklärt: "Vor allem der mittlere Schläfenlappen, wo das Gedächtnis im so genannten Hippocampus und den umgebenden Großhirnwindungen verankert ist, wird frühzeitig geschädigt." Das in einer Studie untersuchte Areal im Schläfenlappen hatte nach Angaben des Experten bei Menschen mit beginnender Demenz ein um sieben bis zwölf Prozent geringeres Volumen.

Statine als mögliche Auslöser

Im frühen Alzheimer-Stadium können Patienten nach Angaben Schröders vor allem von so genannten Memantinen und Acetylcholinesterase-Hemmern profitieren. Diese Medikamente sorgten dafür, dass bestimmte Botenstoffe im Gehirn vermehrt oder verringert werden, was die Leistungsfähigkeit des Gehirns zu erhalten scheine. Noch unsicher ist den Medizinern zufolge dagegen die Wirksamkeit der Statine, die derzeit erfolgreich zur Senkung des Cholesterinspiegels eingesetzt werden. Nach bisher unbestätigten Studien erkranken Patienten, die diese Substanzen einnehmen, seltener an Alzheimer. (APA/AP)