Wien - Die Bundespräsidenten-Wahl wird am 25. April kommenden Jahres stattfinden. Das wurde am Freitag aus der ÖVP bekannt. Die endgültige Fixierung des Wahltermins erfolgt durch Ministerrat und Hauptausschuss des Parlaments. Der ÖVP-Vorstand hat sich indes am Freitag darauf festgelegt, die Kandidatenfrage sowohl für die Nachfolge von Bundespräsident Thomas Klestil als auch für die EU-Wahl im Juni Ende Jänner abzuschließen. Das teilte Generalsekretär Reinhold Lopatka in einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz nach der Sitzung mit.

Wer für die ÖVP bei den beiden Urnengängen ins Rennen gehen könnte, wurde offen gelassen. Als wahrscheinlichste Präsidentschafts-Kandidatin gilt Außenministerin Benita Ferrero-Waldner. Bei der EU-Wahl könnte nochmals Delegations-Leiterin Ursula Stenzel für die Volkspartei an der Spitze stehen.

Sonstige Themen der Vorstands-Sitzung waren etwa das geplante Wachstumspaket sowie die Pensionsanpassung, die von Parteichef Wolfgang Schüssel (V) vehement verteidigt wurde. Im Vorstand habe es zu der Erhöhung für das kommende Jahr (Abgeltung der Inflation von 1,5 Prozent bei Bezügen bis zur Medianpension 668 Euro, darüber 10.02 Euro Fixbetrag) große Unterstützung gegeben und völliges Unverständnis für die Kritik der SPÖ. Denn schließlich seien es die Sozialdemokraten gewesen, die im Zuge der Pensionsreform einer "Pensionsstrafsteuer" das Wort geredet hätten.

Der Vorstand lief letztlich ohne Zwischenfälle ab. Angesichts einer angekündigten Tierschützer-Demonstration war die Parteizentrale in der Wiener Innenstadt abgeriegelt und von zahlreichen Exekutivbeamten gesichert worden. Deshalb wurden zu Beginn der Sitzung einige Vorstands-Besucher wie Finanzminister Karl-Heinz Grasser durch eine Hintertür ins Haus geleitet. Grasser hatte seinen ersten Auftritt im ÖVP-Vorstand absolviert. Dabei zeigte sich der ehemalige Freiheitliche medienscheu wie selten. Später wurden Kameras dann doch in der Sitzung einige Minuten zugelassen, um dem Finanzminister eine Zeit lang bei seinen Ausführungen zum Wachstumspaket der Regierung lauschen zu können. (APA/red)