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Anprobe: Kurdenführer Jalal Talabani, der derzeit dem irakischen Regierungsrat vorsitzt, lieh sich vor seinem Treffen mit Bush am Bagdader Flughafen eine Mütze der US-Soldaten aus.

Foto: EPA/ANJA NIEDRINGHAUS
Bagdad - Der von den USA eingesetzte provisorische "Regierende Rat" im Irak hat am Samstag in Bagdad Beratungen über die Umstände der angestrebten Machtübergabe aufgenommen. In dem Gremium besteht keine Einigkeit bezüglich der Bildung einer Verfassunggebenden Versammlung. Die Exponenten der schiitischen Mehrheitsbevölkerung verlangen eine Direktwahl des Kollegiums. Dagegen sieht der Plan von US-Zivilgouverneur Paul Bremer für die Wiederherstellung der Souveränität - dem der Rat am 15. November offiziell zugestimmt hatte - vor, dass das Parlament nicht direkt gewählt, sondern in einem Auswahlverfahren bestimmt wird. Freie Wahlen und eine permanente Verfassung soll es demnach erst Ende 2005 geben.

Uneinigkeit im Regierungsrat

Der derzeit amtierende Ratsvorsitzende, Kurdenführer Jalal Talabani, hatte sich am Freitag zunächst der Forderung von Großayatollah Ali Sistani, der höchsten religiösen Autorität der Schiiten im Irak, angeschlossen, die Versammlung direkt wählen zu lassen. Die im "Regierungsrat" vertretene Schiitenorganisation "Oberster Rat der Islamischen Revolution im Irak" (SCIRI) hat sich zum Sprachrohr von Sistani gemacht, der die Bildung des Übergangsparlaments durch Selektion statt durch Wahlen heftig kritisiert hat. Nach wenigen Stunden distanzierte sich Talabani wieder von seiner Aussage.

Bremer steht nach Angaben von US-Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice in Verhandlungen mit Vertretern der Schiiten. Laut "Washington Post" werden die USA möglicherweise auf die Direktwahl-Forderung eingehen. "Wahlen sind jetzt eine Möglichkeit", sagte ein ranghoher US-Vertreter der Zeitung, "wir bemühen uns um eine Lösung." Die US-Regierung sei möglicherweise gezwungen, Sistani zufrieden zu stellen. (APA/AP)